Roboter-Schwarm kann gezielt Bereiche eines Raums stummschalten

Was die Mute-Taste in virtuellen Meetings schafft, wollen Wissen­schaftler jetzt auch auf die echte Welt übertragen können. Mithilfe eines Schwarms intelligenter kleiner Mikrofon-Roboter können verschiedener Bereiche eines Raums stummgeschaltet werden.
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Intelligente Roboter denken Geräuschunterdrückung neu

Geräuschunterdrückung ist ein Bereich, in den viel investiert wird. Auf modernen Smartphones werden Stimmen auch bei lauten Hintergrundgeräuschen gut isoliert. Geht es aber darum, berufliche oder persönliche Treffen aufzunehmen, kann das in belebten Umgebungen aber immer noch schwierig sein. Genau hier setzten Forscher mit ihrer Idee eines "akustischen Roboterschwarms" an - ein Mute-Knopf für die reale Welt.

Grundlage für die Idee, die unter der Leitung von Forschern der University of Washington entwickelt wird, ist eine Gruppe intelligenten fahrbaren Robotern, Durchmesser rund 2,5 Zentimeter, die mithilfe von sich selbst ausrichtenden Mikrofonen Räume in Sprachzonen unterteilen können.


Der Prototyp des Teams besteht aus sieben dieser Roboter, die sich selbstständig auf Tischen unterschiedlicher Größe ausbreiten. Nach dem Start von einem zentralen Ladegerät orientieren sich die Roboter mithilfe von Hochfrequenztönen, Kameras kommen in dem System nicht zum Einsatz.

"Wir haben neuronale Netze entwickelt, die verzögerte Signale nutzen, um zu unterscheiden, was die einzelnen Personen sagen, und um ihre Positionen im Raum zu verfolgen. So kann man vier Personen zwei Gespräche führen lassen und jede der vier Stimmen isolieren und jede der Stimmen in einem Raum lokalisieren", so Tuochao Chen, ein UW-Doktorand an der Allen School, laut Phys.

Noch stehen die Forscher mit ihrem System relativ am Anfang. Bei Tests in Büros, Wohnzimmern und Küchen mit Gruppen von drei bis fünf Personen konnten in 90 Prozent der Fälle verschiedene Stimmen innerhalb von 50 cm voneinander unterschieden und isoliert werden. University of Washington: Mikrofon-Roboter-SchwarmDer Schwarm in der Ladestation (Quelle: April Hong/University of Washington) Das Team, an dem unter anderem auch Takuya Yoshioka, ein leitender Forschungsmanager bei Microsoft, beteiligt ist, findet ein paar sehr anschauliche Beispiele für den Einsatz ihres Systems: "Man könnte sagen: 'Nehmt nichts um meinen Schreibtisch herum auf', und unser System wird eine Blase erzeugen, in der nichts aufgenommen wird. Oder wenn zwei Gruppen nebeneinander sprechen und eine Gruppe ein privates Gespräch führt, während die andere Gruppe aufnimmt, kann ein Gespräch stumm geschaltet werden, und es bleibt privat."

Zusammenfassung
  • "Akustischer Roboterschwarm" für Geräuschunterdrückung entwickelt.
  • Technologie nutzt fahrbare Mikrofon-Roboter.
  • Roboter isolieren und lokalisieren Stimmen.
  • Prototyp nutzt Hochfrequenztöne zur Orientierung.
  • Neuronale Netze unterscheiden Stimmen.
  • Erste Tests erfolgreich: 90% Isolierung innerhalb von 50 cm.
  • System ermöglicht "Aufnahmeblasen" und Stummschaltung.

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