F-35-Macher unter Druck: 800 Mio. $ erst bei fertigem Software-Update

Die Software-Entwickler beim US-Rüstungskonzern Lockheed Martin dürften im Job in der nächsten Zeit ordentlich unter Druck stehen. Bis sie ein erwartungsgemäß laufendes Software-Update fertig haben, kann ihr Arbeitgeber bis zu 800 Millionen Dollar nicht in Rechnung stellen.

Umfangreiches Upgrade

Das US-Verteidigungsministerium hält pro Exemplar der neuen F-35-Variante TR-3 rund 7 Millionen Dollar zurück, bis diese mit dem Update ausgestattet ist. Lockheed Martin will bis zum 30. Juni des nächsten Jahres 124 Stück produzieren, die für die Übergabe an die US-Streitkräfte gedacht sind.

Die Flugzeuge werden zwar fertiggestellt, aber noch nicht an den Kunden ausgeliefert, bis die neue Software-Version komplett validiert und abgenommen ist. Daher ist das Pentagon auch noch nicht bereit, den vollen Kaufpreis zu bezahlen, wie Bloomberg berichtet. Diesen wird es erst geben, wenn die Kampfjets einsatzbereit sind, was nach dem aktuellen Zeitplan der Entwicklungs- und Test-Prozesse wohl erst im nächsten Juni der Fall sein wird.

Lockheed Martin F-35: Bundeswehr stellt den neuen Kampfjet vor

Das Flugzeug benötigt das Software-Upgrade, um mit der neuen Cockpit-Hardware voll funktionsfähig zu sein. Es kann dann präzisere Waffen tragen und mehr Informationen über feindliche Flugzeuge und Luftabwehrsysteme sammeln. Die Aufrüstung wird die Rechenleistung gegenüber den derzeitigen Fähigkeiten der F-35 um das 37-Fache und den Speicher um das 20-Fache erhöhen.

Großer Test steht bevor

"TR-3 bleibt unsere oberste Priorität. Wir produzieren weiterhin 156 F-35-Flugzeuge pro Jahr und gehen davon aus, dass wir dieses Tempo beibehalten werden, während wir gleichzeitig daran arbeiten, die Integration der TR-3-Software und -Hardware, die Tests und die Auslieferung abzuschließen", hieß es in einer Stellungnahme des Herstellers.

Unabhängig vom Entwicklungsstand soll aber nun bereits im Simulator mit Tests begonnen werden, in denen sich das Waffensystem mit den besten russischen und chinesischen Luftabwehrsystemen und Kampfflugzeugen messen muss. Der Test ist unabhängig vom aktuellen Upgrade. Die F-35 sollte die 64-Sterne-Übung eigentlich bereits 2017 fliegen, aber sie wurde wegen technischer Probleme in der "Joint Simulation Environment"-Testeinrichtung, die durch die Covid-Pandemie noch verstärkt wurden, jahrelang verschoben.

Zusammenfassung
  • Lockheed Martin entwickelt Software-Update für F-35-Variante TR-3
  • US-Verteidigungsministerium hält 7 Mio. Dollar pro Flugzeug zurück
  • Lockheed plant Produktion von 124 Flugzeugen bis Juni nächsten Jahres
  • Auslieferung und volle Bezahlung erst nach erfolgreicher Software-Validierung
  • Software-Upgrade ermöglicht verbesserte Waffenträger- und Informationsfunktionen
  • Lockheed bezeichnet TR-3-Upgrade als oberste Priorität
  • Unabhängige Tests des Waffensystems im Simulator geplant

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