Streit um Daumen-hoch-Emoji als Vertragsabschluss landet vor Gericht
In Kanada hat ein Gericht einen Bauern zu Schadensersatz verurteilt, nachdem er auf eine Anfrage mit einem Daumen-hoch-Emoji geantwortet hatte, dann aber nicht lieferte. Der Richter sah seine Reaktion als klassische Vertragsannahme.
Der eigentliche Fall liegt dabei schon ein paar Monate zurück, doch erst jetzt macht das Urteil aus der kanadischen Provinz Saskatchewan die Runde durch die Medien (via SZ).
Und das war passiert: Der Getreidehändler South West Terminal suchte einen Bauern, der im November 2021 insgesamt 87 Tonnen Flachs zum Preis von rund 670 Dollar pro Tonne liefern konnte. Ein Vertreter des Händlers kam dann mit dem Landwirt Chris Achter ins Gespräch. Beide Parteien kannten sich bereits und hatten in der Vergangenheit ähnliche Lieferverträge vereinbart.
Achter wiederum erklärte, er wollte mit dem Daumen-hoch-Emoji lediglich signalisieren, dass er das Bild gesehen hatte, aber nicht, dass er den Vertrag bestätigen wollte. Der Richter folgte der Argumentation des Händlers und machte sich dafür die Mühe, in dem Urteil genauer auf das Daumen-hoch-Emoji einzugehen. Laut dem Richter war es nur logisch, dass South West Terminal davon ausging, eine Vertragsbestätigung als Emoji bekommen zu haben. Dieser schnell gesendete "Daumen hoch" kostet den Landwirt nun rund 50.000 Dollar Schadensersatz.
Und das war passiert: Der Getreidehändler South West Terminal suchte einen Bauern, der im November 2021 insgesamt 87 Tonnen Flachs zum Preis von rund 670 Dollar pro Tonne liefern konnte. Ein Vertreter des Händlers kam dann mit dem Landwirt Chris Achter ins Gespräch. Beide Parteien kannten sich bereits und hatten in der Vergangenheit ähnliche Lieferverträge vereinbart.
"Daumen hoch" für das Foto des Vertrags
Als es zum Geschäftsabschluss kommen sollte, übersendete South West Terminal ein Foto des Vertrags, den Achter unterzeichnen sollte. Dieser reagierte auf die Nachricht mit einem Daumen hoch - lieferte dann aber nicht. South West Terminal wartete sowohl auf das Getreide als auch auf den unterschriebenen Vertrag vergebens. Schließlich wollte Achter deutlich mehr pro Tonne, als man zunächst vereinbart hatte, da der Flachspreis in der Zwischenzeit gestiegen war.Händler verklagt Landwirt
Einigen konnte man sich nicht mehr, daher wandte sich der Getreidehändler an ein Gericht und verklagte Achter auf Schadensersatz. Das Unternehmen argumentierte unter anderem damit, dass Achter zuvor schon bei anderen Vertragsabschlüssen nur kurz mit "Gut", "Ok" und ähnlichem geantwortet und man sich daher auf die Lieferung verlassen hatte.Achter wiederum erklärte, er wollte mit dem Daumen-hoch-Emoji lediglich signalisieren, dass er das Bild gesehen hatte, aber nicht, dass er den Vertrag bestätigen wollte. Der Richter folgte der Argumentation des Händlers und machte sich dafür die Mühe, in dem Urteil genauer auf das Daumen-hoch-Emoji einzugehen. Laut dem Richter war es nur logisch, dass South West Terminal davon ausging, eine Vertragsbestätigung als Emoji bekommen zu haben. Dieser schnell gesendete "Daumen hoch" kostet den Landwirt nun rund 50.000 Dollar Schadensersatz.
Zusammenfassung
Siehe auch:- Kaufanfrage mit Daumen-hoch beantwortet zählt als Vertragsabschluss.
- Richter sah Reaktion als klassische Vertragsannahme.
- Landwirt antwortete auf Foto des Vertrags mit Daumen-hoch-Emoji.
- Händler verklagte Landwirt auf Schadensersatz.
- Landwirt muss 50.000 Dollar zahlen.
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