Lithium: Rohstoffbranche kommt zunehmend in Lieferprobleme

Die großen Lithiumproduzenten sind besorgt, die weltweit schnell steigende Nachfrage bald nicht mehr decken zu können. Das könnte zu Problemen oder zur Verlangsamung bei der Umsetzung einiger Vorhaben führen, die für die Energiewende wichtig sind.
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Das Problem liegt allerdings nicht in den Mengen, in denen Lithium vorkommt - immerhin handelt es sich um eines der Elemente, die nicht gerade selten sind. Doch bis vor nicht allzu langer Zeit handelte es sich um ein Nischen-Metall, das vor allem in Keramik und Pharmazeutika verarbeitet wurde. Erst die Entwicklung von Lithium-basierten Batterien und die schnell wachsende Nachfrage nach Stromspeichern der letzten Jahre ließen den Bedarf sprunghaft steigen.

Jetzt haben die Anbieter damit zu kämpfen, dass die Produktionskapazitäten schlicht begrenzt sind. Deren bedarfsgerechte Ausweitung scheitert an Verzögerungen bei der Genehmigung von Minen, Personalknappheit und auch der Inflation. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.


Man sucht nach Lösungen

"Man könnte in eine Krisensituation geraten, in der die Batterieunternehmen keine Sicherheit bei der Versorgung mit (Lithium-)Rohstoffen haben", sagte Stu Crow, Vorsitzender von Lake Resources, demnach am Rande der Fastmarkets Lithium- und Batterierohstoffkonferenz diese Woche in Las Vegas. Allerdings warnt er auch vor übertriebener Sorge. "Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Panik, die wir hier sehen, und der frenetischen Aktivität, mit der versucht wird, die Versorgung innerhalb der Branche zu sichern."

Im vergangenen Jahr waren weltweit 45 Lithiumminen in Betrieb. In diesem Jahr sollen elf und im nächsten Jahr sieben weitere eröffnet werden. Dieses Tempo liegt weit unter dem, was nach Ansicht von Branchenexperten erforderlich wäre, um eine angemessene weltweite Versorgung sicherzustellen. Allein mehr Minen würden das Problem aber auch nicht lösen. Denn auch die Anlagen für die Veredelung werden nicht in ausreichender Menge und Geschwindigkeit produziert. Dadurch könnten die Autohersteller letztlich gezwungen sein, Lithium in geringerer Güte zu akzeptieren, wodurch die Leistungsfähigkeit der Batterien sinken würde.

Zusammenfassung
  • Lithium-Produzenten befürchten, Nachfrage nicht mehr decken zu können.
  • Lithium ist zwar nicht selten, aber Nachfrage erhöhte sich schnell.
  • Produktionskapazitäten begrenzt, Ausweitung erschwert.
  • Experten warnen vor Versorgungsproblemen & geringerer Güte.
  • 45 Lithiumminen im vergangenen Jahr, 11 & 7 weitere in diesem & nächstem Jahr.
  • Anlagen für Veredelung nicht in ausreichender Menge.

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