Binance: US-Behörde zieht die Kryptobörse jetzt vor Gericht
Die US-Behörden ziehen gegenüber der Kryptobörse Binance die Daumenschrauben fester. Gegen das Unternehmen wurde jetzt wegen Verstößen gegen die Handelsgesetze eine Klage vor einem Bundesgericht in Chicago eingereicht.
Laut der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), einer Aufsichtsbehörde für die Future- und Optionsmärkte, hätten Binance und ihr Chef Changpeng Zhao routinemäßig gegen amerikanische Derivateregeln verstoßen, während man zur weltweit größten Handelsplattform für Kryptowährungen aufstieg. Binance hätte sich schon vor Jahren bei der Behörde registrieren lassen müssen und verstößt nach Ansicht der Aufsichtsbehörde weiterhin gegen die CFTC-Vorschriften, berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.
"Die E-Mails und Chats der Angeklagten zeigen, dass die Bemühungen Binance' um die Einhaltung der Vorschriften eine Farce waren und Binance sich bewusst dafür entschieden hat - immer und immer wieder - Gewinne über die Einhaltung der Gesetze zu stellen", sagte Gretchen Lowe, Chief Counsel in der Vollstreckungsabteilung der CFTC.
Trotzdem sieht man sich bei der CFTC durchaus als zuständig an - nicht nur, weil es trotzdem Nutzer aus den USA gab, sondern das Binance-Management diese auch direkt angeworben habe. So sei Interessenten aus den USA klar kommuniziert worden, dass sie VPNs nutzen müssen, um ihre Herkunft zu verschleiern. "VIP-Kunden" mit US-Beziehungen - oft institutionelle Marktteilnehmer - seien darüber hinaus aufgefordert worden, Binance-Konten unter dem Namen von Strohfirmen zu eröffnen, heißt es in der Klageschrift.
Die CFTC warf Binance auch vor, kein wirksames Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche eingeführt zu haben. Außerdem habe das Unternehmen nicht die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die wahre Identität der Kunden festzustellen, so die Behörde. In der Klage heißt es weiter, dass das Unternehmen mindestens bis Mai 2022 keinen einzigen Bericht über verdächtige Aktivitäten in den USA eingereicht hatte.
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"Die E-Mails und Chats der Angeklagten zeigen, dass die Bemühungen Binance' um die Einhaltung der Vorschriften eine Farce waren und Binance sich bewusst dafür entschieden hat - immer und immer wieder - Gewinne über die Einhaltung der Gesetze zu stellen", sagte Gretchen Lowe, Chief Counsel in der Vollstreckungsabteilung der CFTC.
US-Nutzer sind ein Problem
In einer Stellungnahme des Unternehmens hieß es, die Klage der CFTC sei "unerwartet und enttäuschend". Immerhin arbeite man seit mehr als zwei Jahren mit der Aufsichtsbehörde zusammen und wolle auch weiterhin mit den staatlichen Stellen in den USA und anderswo kooperieren. Man habe außerdem erhebliche Investitionen getätigt, um sicherzustellen, dass keine US-Nutzer auf der Plattform aktiv sind - offenbar weil klar ist, dass man sich so angreifbar machen würde.Trotzdem sieht man sich bei der CFTC durchaus als zuständig an - nicht nur, weil es trotzdem Nutzer aus den USA gab, sondern das Binance-Management diese auch direkt angeworben habe. So sei Interessenten aus den USA klar kommuniziert worden, dass sie VPNs nutzen müssen, um ihre Herkunft zu verschleiern. "VIP-Kunden" mit US-Beziehungen - oft institutionelle Marktteilnehmer - seien darüber hinaus aufgefordert worden, Binance-Konten unter dem Namen von Strohfirmen zu eröffnen, heißt es in der Klageschrift.
Die CFTC warf Binance auch vor, kein wirksames Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche eingeführt zu haben. Außerdem habe das Unternehmen nicht die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die wahre Identität der Kunden festzustellen, so die Behörde. In der Klage heißt es weiter, dass das Unternehmen mindestens bis Mai 2022 keinen einzigen Bericht über verdächtige Aktivitäten in den USA eingereicht hatte.
Zusammenfassung
- US-Behörden eröffnet Klage gegen Kryptobörse Binance in Chicago.
- CFTC: Binance verstößt routinemäßig gegen US-Derivateregeln.
- Binance hätte sich schon vor Jahren bei Behörde registrieren müssen.
- Binance hat kein wirksames Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche.
- Keine der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
- Keine Berichte über verdächtige Aktivitäten eingereicht.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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