Energie & Preise: Aus der Wirtschaft kommen wieder gute Nachrichten

Es deutet sich an, dass es in den kommenden Monaten etwas entspannter zugehen könnte, was die Energieversorgung und die Inflation angeht. Darauf deuten verschiedene Kennzahlen hin. Insbesondere für den Endverbraucher ist die angespannte Lage aber noch nicht vorbei.
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Was den Energieverbrauch angeht, ist das eingetreten, was Experten bereits vor Monaten für durchaus realistisch hielten: Insbesondere die Industrie hat es angesichts dessen, dass Erdgas keine nahezu beliebig verfügbare Ressource mehr ist, geschafft, deutliche Einsparungen umzusetzen. Laut Erhebungen des ifo-Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen haben drei Viertel der Industriebetriebe, die Gas in ihren Prozessen benötigen, den Verbrauch reduziert, ohne die Produktion zu drosseln.

Insbesondere in der Automobilbranche und im Maschinenbau konnten viele Unternehmen - insgesamt rund 80 Prozent - Einsparungen umsetzen. In der Chemieindustrie gelang das nur 60 Prozent. 14 Prozent der befragten Firmen haben mit einer Reduzierung des Produktionsvolumens Einsparungen hinbekommen. Nur 7,4 Prozent der Unternehmen haben hingegen gar keine Einsparmaßnahmen ergriffen, hieß es. Allerdings seien die direkten Spar-Optionen damit erst einmal weitgehend ausgeschöpft und eine weitere Senkung des Verbrauchs bei gleichbleibender Produktionsmenge wird nur durch Investitionen in Prozesse auf Basis anderer Energieträger möglich sein. Auch daran wird aber vielerorts gearbeitet.


Erzeugerpreise fallen deutlich

Parallel dazu sind im Oktober auch die Erzeugerpreise gesunken: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gingen sie um 4,2 Prozent nach unten. Zuvor hatten Ökonomen hier eher mit einer weiteren Steigerung um 0,9 Prozent gerechnet. Der starke Rückgang war nicht nur unerwartet, sondern auch das größte Minus seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 1949, so das Bundesamt.

Entsprechend wagen es die Wirtschaftswissenschaftler vorsichtig darauf zu spekulieren, dass die seit Jahren anhaltende Teuerung in absehbarer Zeit deutlich abflachen könnte. Bis die Entwicklung aber auf dem Endverbraucher-Markt ankommt, wird es wohl noch etwas dauern. Denn viele Preissteigerungen in der Wirtschaft sind noch gar nicht endgültig bei den Privathaushalten angekommen.

Das liegt teils an den Laufzeiten von Verträgen - so bekommen beispielsweise Stromkunden die höheren Preise erst zu ihren jeweiligen jährlichen Abrechnungs-Stichtagen aufgebürdet. Außerdem ließ die sinkende Kaufkraft den Wettbewerbsdruck steigen, was so manches Unternehmen ebenfalls dazu bewegte, die bisherigen Preissteigerungen in der Fertigung noch nicht komplett an die Kunden durchzureichen.

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