Adobe Photoshop & Co:
Pantone-Farben ohne Extra-Lizenz schwarz

Weil jetzt separate Lizenzzahlungen für die Verwendung bestimmter geschützter und standardisierter Farben von Adobe-Kunden verlangt werden, färben Photoshop & Co beim Öffnen von Dateien mit diesen Farben die entsprechenden Bereiche einfach schwarz. Eine Katastrophe.
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Adobe
Software-as-a-Service (SaaS) ist vor allem für die Hersteller und deren Partner ein einträgliches Geschäft. Für die Kunden sorgt dieser Vertriebsansatz immer wieder für massive Probleme, so wie jetzt bei Adobe.

Pantone wird vom Technologieanbieter zum IP-Vermarkter

Weil die Farbbibliothek Pantone und Adobe ihre Lizenzabkommen untereinander nicht im Griff haben, müssen die Nutzer von Adobes nur noch als Abonnementprodukt erhältlichen Design-Tools wie Photoshop, InDesign und Illustrator jetzt extra für die Verwendung bestimmter Farben zahlen. Pantone Connect in Adobe IllustratorPantone Connect-Plug-in im Adobe Illustrator Das heißt also, der Kunde muss einerseits das Abonnement von Adobe für seine Software zahlen, andererseits aber auch für die Möglichkeit zur Verwendung von bestimmten Pantone-Farben separate Kosten in Kauf nehmen. Ab November 2022 werden diese in der Design-Branche absolut als Industriestandard geltenden Farbpaletten nämlich nicht mehr als direkter Teil des Abonnements für die Adobe-Produkte angeboten.

Dies gilt für alle Pantone-Farben, die nicht in den drei mit Photoshop & Co ausgelieferten "Pantone Color Books" mit den Bezeichnungen "Pantone + CMYK Coated", "Pantone + CMYK Uncoated" und "Pantone + Metallic Coated" enthalten sind. Stattdessen müssen die Nutzer der Adobe-Software jetzt für ein separates Abonnement mit Pantone zahlen.

Das größte Problem ist aber, dass Adobe mit dem Thema höchst fragwürdig umgeht. Wer nun also ohne entsprechende Lizenz von Pantone eine Datei öffnet, in der bestimmte Pantone-Farben verwendet werden, bekommt statt der jeweiligen Farbe nur noch schwarz angezeigt. Dies kann unter Umständen selbst jahrzehntealte Dateien unbrauchbar machen. Problematisch ist dabei auch, dass Pantone eigentlich kein tatsächliches Urheberrecht an den zu lizenzierenden Farben innehat.

Stattdessen versucht das Unternehmen jetzt auf direktem Weg von der weiten Verbreitung seiner Farbpaletten zu profitieren und die Nutzer selbst zur Kasse zu bitten, nachdem sich das Pantone-System in den vielen Jahren seit seiner Einführung zum Industrie-Standard entwickelt hat und daher in allen Bereichen, in denen mit Druckfarben gearbeitet wird, zum Einsatz kommt.

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