EncroChat: Nach gut zwei Jahren bereits tausende Verfahren eingeleitet
Die Erkenntnisse aus dem riesigen EncroChat-Komplex beschäftigen die Behörden auch nach weit über zwei Jahren noch in großem Stil. Damals hatten Ermittler Zugriff auf die Inhalte eines von vielen Kriminellen genutzten Messenger-Systems bekommen.
In einer Kooperation mehrerer internationaler Sicherheitsbehörden war es im Jahr 2020 gelungen, große Teile der EncroChat-Kommunikation abzugreifen. Im Vertrauen auf eine sichere Verschlüsslung hatten hier zahlreiche Straftäter aus unterschiedlichsten Bereichen offen miteinander kommuniziert. Aus den dann folgenden Anklagen sind auch in Deutschland bereits einige spektakuläre Gerichtsprozesse in die Wege geleitet worden.
Erledigt ist die Angelegenheit damit aber noch längst nicht, wie aus einem aktuellen Bericht der Neue Westfälischen Zeitung hervorgeht, der sich auf das Bundeskriminalamt (BKA) beruft. Demnach seien auf Grundlage der EncroChat-Erkenntnisse allein in Deutschland immerhin tausende Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.
Die Auswertung der Daten beanspruche allerdings viel Personal und ist daher noch immer nicht komplett abgeschlossen. "Das Dunkelfeld, das durch die Infiltrierung von EncroChat aufgedeckt wurde, haben wir so kaum vermutet", sagte Oliver Huth, NRW-Vorsitzender bei der Kripo-Gewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter. Das erlangte Wissen sei für die Ermittler Gold wert. "Wir wissen jetzt, wie die Täter vorgehen und kennen ihren Modus Operandi." Was ihm Sorgen bereitet: "Wir haben durch EncroChat bemerkt, dass die Bewaffnung der organisierten Kriminalität hierzulande deutlich höher ist als angenommen."
Siehe auch:
Erledigt ist die Angelegenheit damit aber noch längst nicht, wie aus einem aktuellen Bericht der Neue Westfälischen Zeitung hervorgeht, der sich auf das Bundeskriminalamt (BKA) beruft. Demnach seien auf Grundlage der EncroChat-Erkenntnisse allein in Deutschland immerhin tausende Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.
Noch immer viel Arbeit
Insgesamt 3200 Akten wurden konkret von den verschiedenen Polizeibehörden auf Bundes- und Landesebene bearbeitet. Dies mündete unter anderem in der Vollstreckung von rund 1400 Haftbefehlen. Ermittler stellten darüber hinaus bei Razzien 357 Millionen Euro als Vermögensarrest und 61 Millionen Euro als Vermögenssicherung sicher. "Zudem wurden über 6,3 Tonnen Cannabis, über 1.100 Kilogramm Kokain, etwa 590 Kilogramm synthetische Drogen, etwa 73 Kilogramm Heroin, sowie über 158.000 Ecstasy-Tabletten sichergestellt", berichtet der BKA-Sprecher.Die Auswertung der Daten beanspruche allerdings viel Personal und ist daher noch immer nicht komplett abgeschlossen. "Das Dunkelfeld, das durch die Infiltrierung von EncroChat aufgedeckt wurde, haben wir so kaum vermutet", sagte Oliver Huth, NRW-Vorsitzender bei der Kripo-Gewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter. Das erlangte Wissen sei für die Ermittler Gold wert. "Wir wissen jetzt, wie die Täter vorgehen und kennen ihren Modus Operandi." Was ihm Sorgen bereitet: "Wir haben durch EncroChat bemerkt, dass die Bewaffnung der organisierten Kriminalität hierzulande deutlich höher ist als angenommen."
Siehe auch:
- Europäische Rechtshilfe: BGH entscheidet im Streit um EncroChat-Daten
- Kryptohandy-Hack: Allein Berlin muss mehrere neue Gerichte aufbauen
- EncroChat-Überwachung: BKA zieht Bilanz - tausende Dealer gefunden
- Wie ein Foto von Käse einem Drogendealer 13 Jahre Haft einbringt
- Drogen und Gewalt: Europol nimmt Chat-Netzwerk für Kriminelle hoch
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