Nervenzell-Haufen aus der Petrischale kann bereits Pong spielen
Das Leben in einer Petrischale ist für gewöhnlich recht langweilig. Da dürften sich einige dort herangewachsene Nervenzellen nun freuen, dass sie die Gelegenheit bekommen haben, das Pong-Spielen zu lernen.
In einem Paper, das die Forscher des Unternehmens Cortical Labs jetzt im Journal Neuron veröffentlichten, wird behauptet, dass man das erste "empfindungsfähige" Laborgehirn in einer Schale gezüchtet habe. Andere Fachleute bezeichneten die Arbeit zwar als durchaus "aufregend", die Einstufung als "empfindungsfähig" gehe aus ihrer Sicht allerdings zu weit. Klar ist allerdings, dass die Zellen in der Lage sind, Informationen aus einer externen Quelle aufzunehmen, sie zu verarbeiten und dann in Echtzeit darauf zu reagieren.
Die Pong-spielenden Zellen
Minigehirne aus künstlich herangezogenen Nervenzellen wurden erstmals 2013 hergestellt, um bestimmte Erbkrankheiten zu untersuchen. In den darauffolgenden Jahren spielte aber auch die Erforschung der Gehirnentwicklung zunehmend eine Rolle. Nun haben Wissenschaftler die Zellen erstmals nicht nur mit begrenzten Signalen untersucht, sondern sie mit einem Videospiel verknüpft.
Das Minigehirn lernte innerhalb von fünf Minuten zu spielen. Es verfehlte zwar oft den Ball - aber seine Erfolgsquote lag deutlich über der des Zufalls. Allerdings ist die Zellmasse so noch lange nicht mit einem menschlichen Gehirn, das ein Bewusstsein ausgebildet hat, zu vergleichen. Es erinnert eher an die neuronalen Netze einer KI, die ebenfalls schnell durch Mustererkennung lernt, bestimmte Aufgaben zu erledigen.
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Die Pong-spielenden Zellen
Minigehirne aus künstlich herangezogenen Nervenzellen wurden erstmals 2013 hergestellt, um bestimmte Erbkrankheiten zu untersuchen. In den darauffolgenden Jahren spielte aber auch die Erforschung der Gehirnentwicklung zunehmend eine Rolle. Nun haben Wissenschaftler die Zellen erstmals nicht nur mit begrenzten Signalen untersucht, sondern sie mit einem Videospiel verknüpft.
Kein echtes Gehirn
Hierbei zeigte sich, dass die Zellen grundsätzlich in der Lage waren, die Spielsituation zu erfassen. Abhängig von der Position des Balls und seiner Entfernung zum Schläger entwickelten sie elektrische Aktivität. Mit fortlaufender Spieldauer sank der Energieeinsatz. Wenn der Ball aber durchrutschte und das Game an einer zufälligen Stelle neu startete, ging die Energie wieder nach oben, weil sich die Zellen auf die neue Lage einstellen mussten.Das Minigehirn lernte innerhalb von fünf Minuten zu spielen. Es verfehlte zwar oft den Ball - aber seine Erfolgsquote lag deutlich über der des Zufalls. Allerdings ist die Zellmasse so noch lange nicht mit einem menschlichen Gehirn, das ein Bewusstsein ausgebildet hat, zu vergleichen. Es erinnert eher an die neuronalen Netze einer KI, die ebenfalls schnell durch Mustererkennung lernt, bestimmte Aufgaben zu erledigen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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