Es geht immer extremer: Astronomisches Rätsel nach 10 Jahren gelöst

Manchmal sind die Bedingungen im Universum so extrem, dass sich auch Spezialisten auf der Erde darauf erst mal keinen Reim machen können. Ein leuchtender kosmischer Klecks, bekannt als "der Kokon", hatte sich ein Jahrzehnt jeder Erklärung entzogen. Jetzt ist das Rätsel gelöst.
Weltraum, Galaxie, Milchstraße, Gammastrahlung
Goddard Space Flight Center

Ein Fleck am Himmel gibt Astronomen große Rätsel auf

Die Regionen über und unter dem Zentrum unserer Milchstraße sind von enormen Gammastrahlen-Ausbrüchen geprägt, die auch als "Fermi-Blasen" bezeichnet werden. Bei der Beobachtung stießen Forscher dann 2012 auf ein kurioses Phänomen. In einer der Blasen hatte sich ein leuchtender Fleck gezeigt, fortan "Kokon" genannt, dessen Ursprung an dem extremen Ort bisher nicht erklärt werden konnte. Jetzt berichtet Phys darüber, dass ein Jahrzehnt später eine Lösung für das Rätsel gefunden scheint. "Fermi-Blasen" der Milchstraße und SagittariusDie Fermi-Blasen sind gigantische Gammastrahlen-Phänomene Und wieder ist die Antwort mit einem Phänomen verbunden, das zum Staunen einlädt. Der Kokon wird laut einer neuen Untersuchung eines Teams der Australian National University, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, ebenfalls durch eine extreme Gammastrahlungsquelle hervorgerufen, die befindet sich aber nicht einmal in der Milchstraße selbst. "Fermi-Blasen" der Milchstraße und SagittariusAm Ende ist des Rätsels Lösung eine echte Überraschung

Gammastrahlen durch die Gamma-Blase

Der von der Erde aus sichtbare Klecks wird demnach durch einen schnell drehenden, ultraextremen Stern, einem sogenannte "Millisekunden-Pulsar", verursacht, der wiederum mit der Zwerggalaxie Sagittarius seine Kreise um die Milchstraße zieht. Von der Erde aus gesehen tritt das optische Phänomen auf, weil sich Sagittarius hinter der südlichen Blase befindet.

Wie die Forscher beschreiben, lässt die Entdeckung weitere Rückschlüsse über faszinierende Eigenschaften von "Millisekunden-Pulsaren" zu. Ihren Anfang nehmen die extremen Sterne in einem Doppelsternsystem mit einem Partner, der wesentlich massereicher als die Sonne ist. Die richtigen Umstände lassen dann diesen Stern nach Abstoßung eines großen Teils seiner Masse zu einem Neutronenstern zusammenfallen. Der ist so schwer wie unser Stern, hat aber nur einen Durchmesser von 20 Kilometern - und dreht sich hunderte Male pro Sekunde.

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