Strom-Stresstest: Ausfälle sehr unwahrscheinlich - zwei AKW in Reserve
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben der allgemeinen Panikmache mit ihrem zweiten Netzstresstest jetzt Fakten zur Sicherheit der Stromversorgung gegenübergestellt. Daraus wurden auch Schlussfolgerungen gezogen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hatte die erneute Untersuchung unter verschärften Bedingungen in Auftrag gegeben. Anlass dafür war, dass aufgrund der Dürre im Sommer, des Niedrigwasser in den Flüssen, des aktuellen Ausfalls rund der Hälfte der französischen Atomkraftwerke und der seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine insgesamt angespannten Lage auf den Energiemärkten eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren zusammengekommen sind, die eine Herausforderung für die Versorger darstellen.
Die Netzbetreiber kamen bei ihrer Analyse zu dem Ergebnis, dass auch kurze krisenhafte Situationen im kommenden Winter sehr unwahrscheinlich sind, auch wenn sie nicht komplett ausgeschlossen werden können. Um kurzzeitige Lastunterdeckungen oder Stromausfälle zu vermeiden, wurden verschiedene Maßnahmen empfohlen, die zu den bereits bestehenden Sicherungen dazukommen. Dazu gehört Nutzung von Kraftwerksreserven und Zuschaltung von Kohlekraftwerken.
Die Bundesregierung wird mit der dritten Novelle des Energiesicherungsgesetzes einige weitere Maßnahmen auf den Weg bringen. Hier werden beispielsweise zusätzliche Kapazitäten zur Stromproduktion mit Biogasanlagen und eine Verbesserung der Transportkapazitäten der Stromnetze geschaffen.
"Wir haben genug Energie in und für Deutschland; wir sind ein Stromexportland", stellte der zuständige Minister Robert Habeck angesichts der Ergebnisse klar. Aber gerade da liegt auch ein grundlegendes Problem. Denn derzeit benötigt beispielsweise Frankreich so viel Strom, dass hierzulande die teuren Gaskraftwerke zugeschaltet werden müssen, was aufgrund der Eigenheiten des Strommarktes die Preise für die Verbraucher nach oben treibt.
Siehe auch:
Die Netzbetreiber kamen bei ihrer Analyse zu dem Ergebnis, dass auch kurze krisenhafte Situationen im kommenden Winter sehr unwahrscheinlich sind, auch wenn sie nicht komplett ausgeschlossen werden können. Um kurzzeitige Lastunterdeckungen oder Stromausfälle zu vermeiden, wurden verschiedene Maßnahmen empfohlen, die zu den bereits bestehenden Sicherungen dazukommen. Dazu gehört Nutzung von Kraftwerksreserven und Zuschaltung von Kohlekraftwerken.
Die Bundesregierung wird mit der dritten Novelle des Energiesicherungsgesetzes einige weitere Maßnahmen auf den Weg bringen. Hier werden beispielsweise zusätzliche Kapazitäten zur Stromproduktion mit Biogasanlagen und eine Verbesserung der Transportkapazitäten der Stromnetze geschaffen.
AKWs als Reserve für Bayern
Konkret bedeuten die Schlüsse aus dem Stresstest auch, dass die zwei der drei noch laufenden Atomkraftwerke im Süden Deutschlands - Isar 2 und Neckarwestheim - noch über den Jahreswechsel hinaus als Einsatzreserve vorgehalten werden. Damit trägt die Bundesregierung der Tatsache Rechnung, dass insbesondere Bayern Probleme bekommen könnte, da das Bundesland seit vielen Jahren den Ausbau der Windkraft blockiert und auch die zusätzlichen Transportleitungen aus dem Norden nicht voranbringt. Bayern ist dadurch das Bundesland mit dem höchsten Bedarf an russischem Erdgas geworden - das nun nicht mehr zur Verfügung steht. Allerdings wird der grundsätzliche Ausstieg aus der Kernkraft nicht angetastet und neue Brennelemente werden nicht in die Kraftwerke geladen."Wir haben genug Energie in und für Deutschland; wir sind ein Stromexportland", stellte der zuständige Minister Robert Habeck angesichts der Ergebnisse klar. Aber gerade da liegt auch ein grundlegendes Problem. Denn derzeit benötigt beispielsweise Frankreich so viel Strom, dass hierzulande die teuren Gaskraftwerke zugeschaltet werden müssen, was aufgrund der Eigenheiten des Strommarktes die Preise für die Verbraucher nach oben treibt.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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