Ferrari muss Autos aus den vergangenen 17 Jahren zurückrufen

Rückrufe sind in der Autoindustrie nicht ungewöhnlich, denn immer wieder müssen Probleme nachträglich beseitigt werden. Einen Fall, wie ihn aktuell Sportwagenhersteller Ferrari vor sich hat, gibt es aber selten, denn dort muss man Autos aus 17 Jahren zurückrufen. Ferraris sind schnell, edel und rot, in den letzten fast zwei Jahrzehnten hatten sie aber auch noch eine weitere Besonderheit: Sie haben einen potenziell lebensgefährlichen Bremsdefekt. Denn der Hersteller aus dem italienischen Maranello hat in den USA fast alle ausgelieferten Fahrzeuge seit 2005 zurückbeordert.

Kleines Problem, große Wirkung

Das Problem ist nach Angaben von Ars Technica der Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters. Dieser ist so entworfen, dass er im Bedarfsfall Druck ablassen kann, doch offenbar hat dieses Design eine Macke. So kann es vorkommen, dass dieses Ablassen des Drucks nicht funktioniert und sich stattdessen ein Vakuum bildet, das wiederum zu einem möglicherweise fatalen Bremsversagen führen kann.


Konkret sind rund 23.000 Fahrzeuge betroffen, die US-amerikanische Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat folgende Modelle in einer Liste (PDF) veröffentlicht:

  • 2005-2009 Ferrari 430
  • 2019-2020 Ferrari 488 Pista
  • 2010-2011 Ferrari 612
  • 2005-2011 Ferrari 612 Scaglietti
  • 2018-2022 Ferrari 812
  • 2009-2017 Ferrari California
  • 2015-2017 Ferrari California T
  • 2013-2017 Ferrari F12 Berlinetta
  • 2017 Ferrari F12 TDF
  • 2016 Ferrari F60 America
  • 2020-2022 Ferrari F8 Spider
  • 2020-2022 Ferrari F8 Tributo
  • 2012-2016 Ferrari FF
  • 2017-2020 Ferrari GTC4Lusso
  • 2018-2020 Ferrari GTC4Lusso T
  • 2013-2015 Ferrari LaFerrari
  • 2017 Ferrari LaFerrari Aperta
  • 2019-2022 Ferrari Portofino
  • 2021-2022 Ferrari Roma

Die gute Nachricht: Ferrari schätzt, dass nur ein Prozent aller zurückgerufenen Autos tatsächlich betroffen ist. Dazu kommt, dass der Fix verhältnismäßig schnell und unkompliziert erfolgt, da der betroffene Deckel recht einfach getauscht werden kann. Ob und wann es auch in Europa zu einem solchen Rückruf kommen wird, ist nicht bekannt.

Siehe auch: Ferrari - Schon 2026 sollen 60 % der Autos elektrisch fahren
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