Gigantischer Schirm im Orbit:
Next-Gen-Teleskop braucht es schattig

Was kommt nach dem James-Webb-Teleskop? Wissenschaftler ersinnen auch für die Observation von der Erde ganz neue Konzepte. Ein besonders spannendes Projekt dreht sich um "hybride Beobachtung", bei der ein gigantischer Schatten-Schirm im Orbit die Hauptrolle spielt.

Ultraleichte Starshade-Konstruktion gefragt

"Die leistungsstärksten Planetenfinder, die je gebaut wurden": Nicht weniger will die NASA mit dem Projekt Hybrid Observatory for Earth-like Exoplanets (HOEE), deutsch Hybrid-Observatorium für erdähnliche Exoplaneten, schaffen. Die Basisidee ist dabei altbewährt: Um Planeten außerhalb des Sonnensystems besser beobachten zu können, muss der Zentralstern verdeckt werden. Beim HOEE-Projekt will man jetzt öffentliche Konzepte anregen, wie bodengestützte Teleskope mit einem gigantischen Sternschirm im Weltraum kombiniert werden können. NASA-Wettbewerb: Ultraleichter SternschirmStarshade-Designs entwickelt von der NASA: So noch zu schwer Wie die NASA in ihrer Ausschreibung beschreibt, sind einige Bedingungen für das Konzept zu erfüllen. Der Sonnenschirm muss demnach mindestens einen Durchmesser von 100 Meter haben, um für den angedachten Zweck im Zusammenspiel mit der Klasse der 30-Meter-Teleskope infrage kommen zu können. "Die Wahl der Umlaufbahn ist ein gelöstes Problem", so die NASA-Wissenschaftler weiter. Eine hohe Ellipse mit einem erdfernsten Punkt von mindestens 170.000 km sorgt dafür, dass der Sternschirm seine Geschwindigkeit an die des gepaarten Observatoriums anpassen kann, wenn sich die Erde dreht. NASA-Wettbewerb: Ultraleichter Sternschirm
NASA-Wettbewerb: Ultraleichter SternschirmNASA-Wettbewerb: Ultraleichter SternschirmNASA-Wettbewerb: Ultraleichter SternschirmNASA-Wettbewerb: Ultraleichter Sternschirm

Viele Anfangsideen

Auch erste Konzepte wurden von der NASA schon entwickelt. Interessant ist dabei, wo die Ingenieure Anregungen für den Aufbau gefunden haben: "Wir haben uns vom Eiffelturm inspirieren lassen, der eine hierarchische Struktur dritter Ordnung darstellt, bei der die Trägerelemente selbst wiederum Träger sind, usw." Bleibt die größte Problemstellung: Alle bisher entwickelten Designs für Sternschirme sind in Bezug auf Masse und Volumen selbst für die leistungsstärksten Raketen nicht zu bewältigen.

Und genau hier hofft die US-Raumfahrtbehörde, dass Teilnehmer aus der Öffentlichkeit passende Ideen entwickeln, die mit Preisgeld belohnt werden. Die NASA ist sich dabei durchaus bewusst, dass es nicht leicht sein wird, alle Anforderungen zu erfüllen: "Wir gehen davon aus, dass bei der Wahl geeigneter geometrischer Formen, die von Natur aus stark und steif sind, einiges an Einfallsreichtum erforderlich ist." Man darf gespannt sein, welche ausgefallenen Einfälle das HOEE-Projekt noch hervorbringt.
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