Faszinierendes Projekt macht historische Himmelsaufnahmen nutzbar

Je länger man den Himmel beobachtet, desto besser kann man Veränderungen erkennen. In Archiven schlummert in dieser Hinsicht ein wahrer Schatz: Fotoplatten, die mehr als 100 Jahre der Astronomie geprägt haben. Ein faszinierendes Projekt macht viele jetzt nutzbar.

Historisch wertvoll, nur mit viel Feinarbeit nutzbar

Auf den ersten Blick sind es graue Platten mit unregelmäßigen, schwarzen Flecken, meist mit handschriftlichen Notizen am unteren Rand, die zu Tauenden in Archiven rund um die Welt lagern. Bis in die späten 90er Jahre und vor dem Durchbruch der digitalen Bildsensoren kamen bei der Sternbeobachtung Fotoplatten zum Einsatz, auf denen der beobachtete Himmelsabschnitt im Negativ festgehalten wird. Da deren Inhalt auch für die moderne Astronomie hochinteressant ist, hatte sich vor 10 Jahren ein spannendes Projekt daran gemacht, möglichst viele der historischen Bilder zu digitalisieren. APPLAUSE: Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USEFotoplatte zeigt Negativ von Sternfeld im südlichen Sternbild Chamäleon Wie wissenschaft.de schreibt, ist das Unterfangen mit dem Namen "Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USE", kurz "APPLAUSE", rund ein Jahrzehnt nach Start abgeschlossen. Ein genauer Blick auf den Ablauf erzählt hier eine spannende Geschichte zwischen minuziöser Handarbeit und moderner Archivierung. Im ersten Schritt hatte das Team rund 94.000 Fotoplatten gesichtet und in digitale Form übertragen - die Aufnahmen reichen dabei bis in das Jahr 1893 zurück. Dank einer eigens entwickelten KI konnten die Bilder automatisiert von mechanischen Beschädigungen befreit werden.

APPLAUSE: Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USEAPPLAUSE: Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USEAPPLAUSE: Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USEAPPLAUSE: Projekt Archives of Photographic Plates for Astronomical USE

Die weitere Arbeit des Teams erforderte dann aber viel manuelle Arbeit. Jede Aufnahme musste von Hand mit Meta-Daten zu Aufnahmezeitpunkt, Ort und Himmelsabschnitt gefüttert werden. Darüber hinaus nahm sich die Forschungsgruppe noch einer weiteren, sehr kleinteiligen Arbeit an. Falls vorhanden, wurden auch Notizen und Logbücher der Beobachter übertragen, archiviert und mit den entsprechenden Bildern verknüpft.

Neue Erkenntnisse aus alten Platten

Wie die an dem Projekt beteiligte Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in ihrem Beitrag schreibt, veranschaulicht ein Beispiel sehr gut, warum die Archivierung der Fotoplatten neue Erkenntnisse verspricht. In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren hatte die Bamberger Sternwarte Lichtschwankungen des Sterns "HD49798" auf Fotoplatten festgehalten.

Im jetzt möglichen Abgleich mit anderen Beobachtungen zeigen sich "langfristige Helligkeitsvariationen", die ohne die historischen Daten nicht registriert worden wären. Das lässt wiederum Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Systems zu. "Die historischen Daten der Fotoplatten liefern also bedeutende Hinweise für die Astronomie, die in den kommenden Jahren von Forscherinnen und Forschern noch auszuwerten sind", so die Forscher. Das Archiv APPLAUSE ist für jedermann frei nutzbar, die deutsche Version unter der Überschrift "Historischer Himmel" dabei noch etwas zugänglicher.

Siehe auch:

Galaxy, Weltraum, Raumfahrt, Nasa, Weltall, Mars, Erde, Planet, Sterne, Welt, Globus, Earth, Sternenhimmel, Nachthimmel, Planeten, Galaxie, Sternschnuppen, Planet Erde, Konstellation, Wurmloch, Warp, Welten Galaxy, Weltraum, Raumfahrt, Nasa, Weltall, Mars, Erde, Planet, Sterne, Welt, Globus, Earth, Sternenhimmel, Nachthimmel, Planeten, Galaxie, Sternschnuppen, Planet Erde, Konstellation, Wurmloch, Warp, Welten
Diese Nachricht empfehlen
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Video-Empfehlungen

Tipp einsenden

❤ WinFuture unterstützen

Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!