Netflix stoppt Content-Flut, um zu sparen; setzt auf Klasse statt Masse

Aufgrund seiner Probleme, die Zahl der Abonnenten weiter zu steigern, will der Video-Streaming-Anbieter Netflix seine Ausgaben reduzieren. Das Unternehmen will deshalb die Flut an neuen Produktionen stoppen und stattdessen stärker auf Qualität setzen, um mehr Kunden zu gewinnen.
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Alexander Shatov / Unsplash
Wie das Wall Street Journal meldet, sei für Netflix die Zeit der sorgenlosen Prasserei vorbei. Allein im letzten Jahr hatte Netflix mehr als 500 eigene Produktionen durchgeführt, wobei die Kosten dafür schon seit Jahren enorme Ausmaße angenommen haben. Habe der Konzern bisher zugunsten starken Wachstums wenig auf die Kosteneffizienz geachtet, so strebe man jetzt mehr finanzielle Disziplin an, heißt es.

Laut internen Quellen bei Netflix sollen in der näheren Zukunft weniger neue Produktionen dazukommen, wobei das Unternehmen einen Schwerpunkt auf Qualität legen will. Die Vereinbarungen für die Produktion neuer Inhalte würden deshalb neu gestaltet, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig ein möglichst hohes "Return on Investment" zu erzielen, ohne zwingend ein möglichst großes Publikum zu erreichen.

Weniger Geld für externe Produktionen

Zwar will Netflix nach Angaben der Quellen allein im Jahr 2022 seine Ausgaben für neue Produktionen auf mehr als 20 Milliarden Dollar steigern, gleichzeitig aber stärker darauf achten, möglichst viel damit zu erreichen. Darüber hinaus will der Konzern die Ausgaben für den Zukauf von Inhalten von externen Produktionsfirmen und Filmstudios reduzieren und streicht daher deren Budgets um bis zu 25 Prozent zusammen.

Mit Blick auf die Lizenzierung von Produktionen aus externen Quellen versucht Netflix angeblich außerdem, statt der sonst üblichen Prämienzahlungen zur Sicherung langfristiger Verträge anhand von prozentualen Anteilen der Produktionskosten eine Art Flatrate-Modell zu etablieren. Dadurch sollen die Mehrausgaben für Lizenzen auch bei steigenden Produktionskosten auf dem gleichen Niveau gehalten werden.

Ein weiterer Faktor sind die Ausgaben für die Zusammenarbeit mit bekannten Größen unter den Film- und Serienproduzenten. Diese sollen künftig stärker auf den Prüfstand gestellt werden, um sie letztlich zu reduzieren. Netflix will sich außerdem auch stärker in die Entwicklung neuer Inhalte aus Hollywood einmischen, um stärkeren Einfluss auf Drehbücher und Inhalte zu nehmen, heißt es weiter.

Eine weitere neue Strategie zur Kostensenkung ist neben dem schnellen Absetzen von neuen Serien, die nach der Veröffentlichung der ersten Staffel nicht die erhoffte "Performance" liefern, dass Netflix weniger Folgen für spätere Staffeln ordert. Bei einigen durchaus populären Serien wurden zuletzt die Bestellungen für die späteren Staffeln um ein, zwei oder sogar mehr Folgen reduziert, so der Bericht der US-Zeitung.
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