Gefährliche Luftnummer: Amazons Drohnen zerschellen an der Realität
Der Luftraum voller Zustelldrohnen, Lieferung in 30 Minuten an fast jedem Ort: Mit diesem Szenario hatte Jeff Bezos schon 2013 seine Traumzukunft heraufbeschworen. Viele Jahre später zeigt sich: auch nach 2 Milliarden US-Dollar Entwicklungskosten will diese Idee nicht abheben.
Einen Einblick in die Entwicklungsabteilung, die die Idee voranbringen soll, bieten dabei neben internen Dokumenten auch 13 ehemalige Entwickler. Dabei zeichnet sich ein Bild von technischen Schwierigkeiten, hoher Fluktuation und ernsten Sicherheitsbedenken. Letztere seien jüngst durch einen Absturz im Juni neu befeuert worden. Das Versagen von gleich mehreren Sicherheitsmechanismen habe die zuständige Bundesaufsichtsbehörde dazu veranlasst, die Lufttüchtigkeit der Drohne deutlich infrage zu stellen. Die Erklärung der ehemaligen Mitarbeiter: "Der Druck, das Programm wieder auf Kurs zu bringen, hat einige Manager dazu veranlasst, unnötige Risiken einzugehen", so Bloomberg. Amazon beteuert in einer Gegendarstellung "strenge Tests" und "die Einhaltung aller geltenden Vorschriften".
Dem widersprechen ehemalige Mitarbeiter sehr deutlich - dass diese dabei auch namentlich genannt werden, zeigt zumindest den Willen, sich hinter die erhobenen Anschuldigungen zu stellen. "Es muss schon jemand getötet oder verstümmelt werden, damit sie diese Sicherheitsprobleme ernst nehmen", zitiert der Bericht Cheddi Skeete, ein ehemaliger Amazon-Drohnenprojektmanager. Er erhebt außerdem den Vorwurf, dass er letzten Monat gefeuert wurde, weil er seinen Vorgesetzten gegenüber entsprechende Bedenken geäußert hatte. Ein Konzernsprecher wies zurück, dass Skeete entlassen wurde, weil er seine Meinung gesagt hatte - äußert sich aber nicht zu seinen Anschuldigungen.
Amazon-Drohne: Eine der teuersten Luftnummern der Firmengeschichte
Vor fast einem Jahrzehnt war sich Bezos sicher: Drohnen-Lieferungen? Das werde in den nächsten fünf Jahren zum Alltag gehören. Auch fünf Jahre nach diesem heraufbeschworenen Datum hat es Amazon nicht geschafft, die Lieferung mit ferngelenkten oder autonomen Fluggeräten auch nur aus dem Probier-Stadium herauszumanövrieren. Dabei mangelt es nicht an Engagement: Das Unternehmen hat nach eigener Aussage nicht nur 2 Milliarden US-Dollar investiert, sondern außerdem ein Team von mittlerweile rund 1000 Entwicklern mit Aufgabe betraut. Bloomberg berichtet jetzt über die anhaltenden Probleme hinter den Kulissen.Einen Einblick in die Entwicklungsabteilung, die die Idee voranbringen soll, bieten dabei neben internen Dokumenten auch 13 ehemalige Entwickler. Dabei zeichnet sich ein Bild von technischen Schwierigkeiten, hoher Fluktuation und ernsten Sicherheitsbedenken. Letztere seien jüngst durch einen Absturz im Juni neu befeuert worden. Das Versagen von gleich mehreren Sicherheitsmechanismen habe die zuständige Bundesaufsichtsbehörde dazu veranlasst, die Lufttüchtigkeit der Drohne deutlich infrage zu stellen. Die Erklärung der ehemaligen Mitarbeiter: "Der Druck, das Programm wieder auf Kurs zu bringen, hat einige Manager dazu veranlasst, unnötige Risiken einzugehen", so Bloomberg. Amazon beteuert in einer Gegendarstellung "strenge Tests" und "die Einhaltung aller geltenden Vorschriften".
Dem widersprechen ehemalige Mitarbeiter sehr deutlich - dass diese dabei auch namentlich genannt werden, zeigt zumindest den Willen, sich hinter die erhobenen Anschuldigungen zu stellen. "Es muss schon jemand getötet oder verstümmelt werden, damit sie diese Sicherheitsprobleme ernst nehmen", zitiert der Bericht Cheddi Skeete, ein ehemaliger Amazon-Drohnenprojektmanager. Er erhebt außerdem den Vorwurf, dass er letzten Monat gefeuert wurde, weil er seinen Vorgesetzten gegenüber entsprechende Bedenken geäußert hatte. Ein Konzernsprecher wies zurück, dass Skeete entlassen wurde, weil er seine Meinung gesagt hatte - äußert sich aber nicht zu seinen Anschuldigungen.
Mit der Brechstange in die Luft
Bloomberg beschreibt in seinem Bericht sehr ausführlich eine Entwicklungskultur, die von dem unbedingten Willen auf Fortschritte geprägt ist - auch, weil sich Amazon von anderen Unternehmen und deren Bemühungen zunehmend unter Druck gesetzt fühle. Die zuständige Federal Aviation Administration, die Luftfahrtbehörde der USA, macht Unternehmen in den vergangenen Jahren zwar immer mehr Zugeständnisse für die Entwicklung und den Test unbemannter Drohnen. Aktuell sprechen aber alle Anzeichen dafür, dass noch Jahre vergehen werden, bevor kommerzielle Lieferdrohnen eine Flugerlaubnis erteilt bekommen.
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