Intel-Chef verspricht bis zu 80 Milliarden Euro für Chipwerke in Europa

Intel hat erstmals selbst konkrete Zahlen genannt, was die geplanten Investitionen in die Fertigung von Chips in Europa angeht. Intel-CEO Pat Gelsinger verkündete, dass man fast 100 Milliarden Dollar in zwei große neue Werke auf unserem Kontinent pumpen will. Wie Intel-Chef Pat Gelsinger gegenüber dem Wall Street Journal erklärte, meint es sein Unternehmen durchaus ernst damit, viel Geld in den Aufbau neuer Werke für die Chipfertigung auf dem europäischen Kontinent ausgeben zu wollen. Insgesamt will man bis zu 95 Milliarden Dollar in zwei Standorte stecken, so Gelsinger im Gespräch mit der US-Wirtschaftszeitung.

Intel plane zwei neue Werke an einem neuen Standort in Europa und könne seine Pläne langfristig auch weiterhin ausbauen, um so im Lauf von bis zu 10 Jahren ungefähr 80 Milliarden Euro - also knapp 95 Milliarden Dollar - auszugeben. Die neuen Werke sollen vor allem die stark gestiegene Nachfrage rund um Halbleiterprodukte aus der Autoindustrie und diversen anderen Bereichen bedienen.

Chipkrise nur mit großen Schritten zu überwinden

Während der Automobilmesse in München erklärte Gelsinger, dass die auch auf lange Sicht hohe Nachfrage nur durch große Schritte befriedigt werden könne. Dazu will Intel zunächst in einem Werk in Irland verstärkt Chips für Autos produzieren lassen. Außerdem soll ein Chip-Design-Team von Intel anderen Chip-Anbietern helfen, ihre Produkte durch den Halbleiterriesen in Auftragsarbeit fertigen zu lassen.

Der Intel-Boss geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Chips und andere elektronische Bauteile bis zum Ende des Jahrzehnts rund 20 Prozent der Materialkosten eines Oberklasse-Fahrzeugs verursachen könnten - 2019 waren es noch vier Prozent. Den Grund dafür sieht Gelsinger neben steigenden Preisen auch darin, dass immer mehr Assistenzsysteme und aufwendigere Unterhaltungs- und Anzeigesysteme in den Fahrzeugen Einzug halten.

Intel will die bis zu 80 Milliarden Euro für die neuen Werke in Europa natürlich nicht vollständig aus eigener Tasche aufbringen. Stattdessen setzt man auf tatkräftige Unterstützung der hiesigen Politik, deren Fördergelder einen Teil dieser Summe abdecken sollen.

Intel nutzt im Grunde damit aber nur aus, was die europäische Politik wünscht: Angesichts der Abhängigkeit von asiatischen Chipfertigern will man Europas Anteil an den weltweiten Kapazitäten in den nächsten Jahren möglichst auf 20 Prozent steigern, um so die Verfügbarkeit der Chips zu gewährleisten.

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