Pipeline: Kunden wollen jetzt Schadensersatz vom Ransomware-Opfer

Der Pipeline-Betreiber Colonial Pipeline hat die Folgen einer massiven Ransomware-Infektion inzwischen weitgehend behoben, da steht das nächste Problem ins Haus: Zahlreiche Kunden verklagen das Unternehmen nun auf Schadensersatz.
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In den meisten Fällen werden erfolgreiche Malware-Attacken als eine Art Naturkatastrophe angesehen, die unerwartet losbrechen und gegen die man leider nichts machen kann. Verschwiegen wird dabei gern, dass die meisten Vorfälle schlicht auf Nachlässigkeit bei der Wartung der IT-Systeme zurückzuführen sind. Denn die meisten Malwares nutzen Exploits, für deren zugrundeliegende Schwachstellen längst Patches verfügbar sind.

Dies ist auch die Grundlage der Klagen, die seit dem Vorfall gegen Colonial Pipeline bei verschiedenen Gerichten in mehreren US-Bundesstaaten eingereicht wurden. Hier beruft man sich darauf, dass der Pipeline-Betreiber schlicht nicht die in der Industrie üblichen Sicherheits-Standards eingehalten hat und somit zumindest eine Mitschuld an den Problemen trägt, die von der Ransomware verursacht wurden.

Auch Verbraucherschützer klagen

Die Washington Post berichtet unter anderem von den Betreibern einer Tankstelle, denen durch die Sache über einen Monat lang Schwierigkeiten bereitet wurden. Lange konnten sie keine Kraftstoffe mehr verkaufen, da der Nachschub ausblieb und entsprechend tiefgreifend sind die Gewinnausfälle. Ähnlich erging es vielen anderen Tankstellen, hunderte von ihnen haben sich zu einer Sammelklage zusammengeschlossen.

Zuvor wurden auch schon Verbraucherschutz-Organisationen tätig. Diese bemängeln, dass durch den Ransomware-Vorfall auch die Spritpreise an der gesamten Ostküste gestiegen sind. Verbraucher müssen daher aufgrund dessen, dass Colonial Pipeline seine Computer nicht hinreichend geschützt hat, deutlich mehr für ihren benötigten Treibstoff zahlen. Auch hier will man daher nun Kompensationszahlungen durchsetzen.

Der Ausgang dieser Verfahren dürfte wohl weitreichende Folgen haben. Denn bisher wurden erstaunlich wenig Unternehmen, die aufgrund von Malware-Attacken nicht mehr arbeitsfähig waren, von Kunden auf Schadensersatz verklagt. Sollten die Verfahren Erfolg haben, wird es zukünftig sicher noch viel mehr solcher Prozesse geben.

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