Wie ein Dieselmotor: Fusionsreaktion auf ganz anderem Weg geglückt
Die Entwickler vergleichen die Technik mit einem Dieselmotor, jetzt hat es mit der ersten Zündung geklappt. Das Privatunternehmen General Fusion will erstmals mit seinem System eine Fusionsreaktion erzeugt haben und macht dabei fast alles anders als die Mitbewerber.
Eine Kammer mit flüssigem Metall...
...wird von Kolben komprimiert
Das aktuell größte Fusions-Projekt ITER setzt auf die sogenannte Tokamak-Technologie bei der supraleitende Magneten ein Plasma einschließen und komprimieren. In anderen Projekten kommen Hochleistungslaser zum Einsatz, um Treibstoff zur Fusion anzuregen. General Fusion setzt im Vergleich dazu auf eine fast schon technisch simple Lösung: "Wir beginnen im Grunde mit der gleichen Art von Plasma, wie in Maschinen mit magnetischem Einschluss, aber dann komprimieren wir es so, wie man Dieselkraftstoff und Luft in der Kammer eines Dieselmotors komprimiert", so Chris Morwry, CEO von General Fusion im Interview mit Technology Review. Jetzt konnte man so erstmals "thermonukleare Fusionsneutronen" erzeugen.
Jetzt, da erstmals auf diesem Weg "Fusionsneutronen in technischen Tests" erzeugt werden konnten, will General Fusion den nächsten Schritt gehen: der Bau der Maschine im Kraftwerksmaßstab. Es gilt also, drei Hauptkomponenten für den Einsatz im Alltag fit zu machen: einen Plasma-Injektor, der den Brennstoff liefert, Kolben, um den Brennstoff zu komprimieren, und eine Kammer mit rotierendem Flüssigmetall, um den Brennstoff zu halten und die Energie einzufangen. Morwry gibt an, dass für diesen Prozess aktuell fünf Jahre veranschlagt sind.
Der Dieselmotor unter den Fusionsreaktoren macht das erste Mal richtig Brumm
Fusionskraftwerke gelten als der technische Heilsbringer in Sachen Energieversorgung. Die über 70-jährige Geschichte des Feldes ist aber auch von enttäuschten Hoffnungen auf baldige Durchbrüche geprägt. Aktuell versuchen sich neben staatlichen Einrichtungen auch dutzende Start-ups daran, aus der Fusion von Atomkernen endlich ein strahlendes neues Milliarden-Business zu machen. Genau in dieser Hinsicht will das kanadische Unternehmen General Fusion mit seinem eigenwilligen Ansatz jetzt diesem Ziel deutlich näher gekommen sein.
Eine Kammer mit flüssigem Metall...
...wird von Kolben komprimiert
Das aktuell größte Fusions-Projekt ITER setzt auf die sogenannte Tokamak-Technologie bei der supraleitende Magneten ein Plasma einschließen und komprimieren. In anderen Projekten kommen Hochleistungslaser zum Einsatz, um Treibstoff zur Fusion anzuregen. General Fusion setzt im Vergleich dazu auf eine fast schon technisch simple Lösung: "Wir beginnen im Grunde mit der gleichen Art von Plasma, wie in Maschinen mit magnetischem Einschluss, aber dann komprimieren wir es so, wie man Dieselkraftstoff und Luft in der Kammer eines Dieselmotors komprimiert", so Chris Morwry, CEO von General Fusion im Interview mit Technology Review. Jetzt konnte man so erstmals "thermonukleare Fusionsneutronen" erzeugen.
Eine echte Teufelsmaschine
Was Morwry als simpel beschreibt, klingt im technischen Detail dafür umso abenteuerlicher. General Fusion schließt in seinem Fusionsgerät eine Plasma-Masse in einem rotierenden Wirbel aus flüssigem Metall ein, das einen Hohlzylinder bildet. Um das Plasma dann auf die fusionsrelevante Dichten zu komprimieren, kommt im wahrsten Sinne des Wortes der Hammer zum Einsatz: dutzende dampfgetriebene Kolben sorgen für eine mechanische Verdichtung.Jetzt, da erstmals auf diesem Weg "Fusionsneutronen in technischen Tests" erzeugt werden konnten, will General Fusion den nächsten Schritt gehen: der Bau der Maschine im Kraftwerksmaßstab. Es gilt also, drei Hauptkomponenten für den Einsatz im Alltag fit zu machen: einen Plasma-Injektor, der den Brennstoff liefert, Kolben, um den Brennstoff zu komprimieren, und eine Kammer mit rotierendem Flüssigmetall, um den Brennstoff zu halten und die Energie einzufangen. Morwry gibt an, dass für diesen Prozess aktuell fünf Jahre veranschlagt sind.
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