Dreister gehts kaum: Trolle manipulieren Wikimedia zu Betrugszwecken

Dass Trolle immer wieder versuchen Menschen oder Unternehmen ab­zu­zocken, ist alles andere als ein Geheimnis. Einen so dreisten Fall wie jetzt gibt es aber nur selten: Denn jemand ändert die Credits auf Wikimedia, um später Nutzer zu Betrugszwecken zu kontaktieren.

Manipulation frei verfügbarer Fotos

Als Copyright-Troll bezeichnet man in der Regel eine Person oder Organisation, die Urheberrechte aufkauft oder auf sonstige Weise zweckentfremdet, um daraus möglichst viel Profit schlagen zu können. Dieser Tage wurde ein besonders dreister Abzockversuch bekannt. Dieser ist zwar dreist, aber offenbar letztlich harmlos bzw. ohne (finanziell) gravierende Folgen.

Denn wie TechDirt unter Berufung auf den Autor und Fotograf Kyle Cassidy berichtet, werden derzeit offenbar vermehrt kostenlos nutzbare Fotos manipuliert. Cassidy schildert die Masche in einem Twitter-Thread: Darin schreibt er, dass er eine Mail von einem Blogger namens Eric San Juan bekommen habe. Dieser berichtete ihm, dass er ein Foto verwendet hat, das den NPR-Moderator Peter Sagal beim Laufen zeigt.

Cassidy: "Es ist ein schönes Foto und man kann es frei verwenden." Das Wie ist nach den Creative Commons-Richtlinien geregelt, im vorliegenden Fall ist das CC BY-SA 3.0, was bedeutet, dass man die Aufnahme teilen und anpassen darf, wenn man den Autor nennt, die Lizenz verlinkt und angibt, ob Änderungen gemacht wurden.

Eric San Juan hat das alles gemacht, einige Tage später erhielt er aber eine Mail, in der er beschuldigt wurde, das Foto illegal verwendet zu haben. Jemand namens "Aldwin Sturdivant" von Green Cap Marketing behauptete, dass es sein Job sei, Foto-Diebe aufzuspüren. Der Blogger dachte eigentlich, alles richtig gemacht zu haben, überprüfte die Wikimedia-Seite und fand dort andere Angaben als ursprünglich.

Der Troll hat offenbar auch andere Einträge manipuliert und wohl auch andere Nutzer angeschrieben. Allerdings sind bisher keine Klagen oder Abmahnungen dazu bekannt. Es dürfte sich also eher nicht um eine Copyright-Betrugsmasche handeln (wenngleich das nicht ausgeschlossen ist), sondern eher um einen SEO-Scam - also jemand versucht, sich eine gute Suchmaschinen-Positionierung zu erschummeln. So oder so: Es ist und bleibt Betrug. Läufer, Chicago, Laufen, Peter Sagal Läufer, Chicago, Laufen, Peter Sagal Kyle Cassidy, Wikimedia Commons, CCA-SA 3.0
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