E-Hype reicht nicht: Experte fordert die "Wasserstoffgesellschaft"

Atom, Wasserstoff, Punke Bildquelle: Pixabay
In der Diskussion um den Energiemix der Zukunft gilt Wasserstoff schon länger als Hoffnungsträger, entsprechendes konsequentes Handeln der Politik wird von vielen Experten aber vermisst. Jetzt betont der Bosch-Forschungsleiter, dass eine Wasserstoffgesellschaft unausweichlich ist.

Die Nutzung von Wasserstoff ist aus vielen Gründen ein logischer Schritt

Immer, wenn sich Deutschland für eine Förderung bestimmter Technologien entscheidet, ist der Aufschrei der nicht bedachten Branchen und Sparten groß. So geschehen auch beim aktuellen Konjunkturpaket, bei dem ein klarer Fokus auf die Elektromobilität gelegt und eine Förderung von Verbrennern gegen großen Widerstand ausgespart wurde - zumindest bis jetzt. In der Oktober-Ausgabe von Technology Review betont der Bosch-Forschungsleiter Thomas Kropf, dass er diese Ausrichtung für prinzipiell richtig hält - vor allem, weil die Politik explizit auch Wasserstoff in die Förderung mit einbezieht: "Aus der weiteren Förderung der Elektromobilität und dem Fokus auf die Wasserstoffwirtschaft ergeben sich Chancen für den Wirtschaftsstandort Deutschland", zitiert heise.


Bosch ist aktuell unter den Unternehmen mit den meisten Patenten in Bezug auf die Elektro­mobilität und autonomes Fahren und legt auch einen klaren Fokus auf die Entwicklung von Technologien rund um Wasserstoff. Wie Kropf vorrechnet, sind es genau diese Technologien, die einen sinnvollen Energiemix möglich machen. Auf Basis von Produktionszahlen von Bat­te­rie­zel­len ist dabei leicht zu berechnen, dass diese in absehbarer Zeit nicht als dringend nö­ti­ger Stromspeicher dienen können. Die Lö­sung aus Sicht von Bosch liegt klar beim Was­ser­stoff: "Es ist unausweichlich, dass wir eine Was­ser­stoff­gesellschaft werden", ist sich Kropf sicher.

Gasnetze können umgerüstet werden

Einen der größten Vorteile sieht der Entwickler dabei darin, dass das vorhandene Gasnetz mit wenigen Modifikationen auch für Wasserstoff genutzt werden könnte. Darüber hinaus könne man sich die extremen Fortschritte bei Kosten-Nutzen-Verhältnissen in der Erzeugung von regenerativem Strom zunutze machen. "Niemand hat erwartet, dass der Preis so schnell fällt. Wenn ich mit diesem Strompreis Wasserstoff erzeugen kann, kann ich die Effizienzverluste, die der Prozess natürlich mit sich bringt, in Kauf nehmen", so der Experte.

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