Software-Fehler machte Santander-Geldautomaten äußerst spendabel

Wenn ein Fehler es erlaubt, Geldautomaten auszuräumen, kann sich dies ziemlich schnell herumsprechen. In einem aktuellen Fall kursierten sogar Anleitungs-Videos. Getroffen hat es dabei den US-Ableger der Santander-Bank. Mit einem ziemlich einfachen Trick konnten die Geldautomaten des Finanzhauses dazu gebracht werden, wesentlich mehr Geld auszuspucken, als der Verfügbarkeitsrahmen einer Karte hergab. Dafür musste im ersten Schritt lediglich ein Geldbetrag ausgewählt werden, mit dem es keine Probleme gab. Hatte der Automat dann erst einmal das OK gegeben, konnte man zurückgehen und eine wesentlich höhere Summe auswählen, berichtete das US-Magazin ZDNet.

Hierzulande würde das kaum Sinn ergeben, da Karten eigentlich immer an persönliche Konten gebunden sind, die dann eben einen Negativ-Betrag aufweisen würden. In den USA allerdings sind Debit-Karten weit verbreitet, die mit Geldbeträgen aufgeladen sind und auch anonym erworben werden können. Wer hier den verfügbaren Rahmen deutlich überzieht, stiehlt der Bank direkt Geld.

Schaden bisher unklar

Die Bank kam wohl relativ schnell hinter das Problem und setzte die Automaten vorübergehend außer Betrieb, bis der Fehler behoben war. Santander informierte außerdem umgehend die Polizeibehörden in den betroffenen Regionen. Diese konnten in der Folge immerhin rund 50 Personen auf frischer Tat ertappen und festnehmen.

Unklar ist allerdings, wie viele Fälle zuvor schon auftraten und welcher Betrag in dieser Zeit abgehoben wurde. Immerhin gibt es Hinweise darauf, dass die Informationen zur Ausnutzung des Bugs erst einmal über mehrere Tage lediglich im kleinen Kreis von Kriminellen kursierten, die sich auf das Knacken von Geldautomaten spezialisiert haben. Irgendwann gelangte die Information aber aus diesen Kreisen nach außen und verbreitete sich zügig über verschiedene Social Media-Kanäle. Die Probleme sollen inzwischen behoben und der normale Betrieb wieder aufgenommen worden sein.

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