Audi forscht an bidirektionalem Laden für die E-Auto-Flotte

Audi arbeitet nun auch an einem Weg, Elektroautos als Speichermedium für Strom zu nutzen. Damit könnte das E-Auto zuhause den Strom zwischenspeichern, und entweder an das Haus abgeben, oder für die nächste Fahrt selbst nutzen. Audi und die Hager Group haben ein gemeinsames Projekt vorgestellt. Dabei soll der Audi E-Tron mit in das häusliche Stromnetz eingebunden werden, um nicht nur Stromabnehmer zu sein, sondern auch als Stromspeicher zu dienen. Das Forschungsprojekt zum bidirek­tio­nalen Laden soll dabei die Vorteile der Elektromobilität und moderne Stromerzeugung zum Beispiel über eine Photovoltaikanlage koppeln. Überschüssiger Strom aus der Anlage wird dann einfach im Fahrzeug zwischengespeichert und bei Bedarf dort abgegeben, wo er benötigt wird. Audi E-TronDer Versuchs-Audi nimmt Strom nicht nur auf, sondern gibt ihn auch wieder ab

Das E-Auto dient dabei als flexibler Energiespeicher

In Verbindung mit einer PV-Anlage kann das Fahrzeug auch immer dann, wenn die Sonne nicht mehr scheint, seinen Strom wieder an das Haus abgeben. Was jetzt genau geplant ist, erläutert Martin Dehm, der als technischer Projektleiter für das Bidirektionales Laden bei Audi zuständig ist: "Durch die Elektromobilität rücken Automobilindustrie und Energie­wirt­schaft enger zusammen. Die Batterie eines Audi E-Tron könnte ein Einfamilienhaus rund eine Woche autark mit Energie versorgen. Perspektivisch möchten wir dieses Potenzial nutzbar und das E-Auto als Stromspeicher auf vier Rädern zum Teil der Energiewende machen." Infografik: Eine Million E-Autos bis 2022?Eine Million E-Autos bis 2022? Neu ist der Ansatz nicht, ähnliche Projekte kennt man bereits vor allem aus dem asiatischen Raum, wo man die Elektrofahrzeuge in Notfällen, zum Beispiel nach Erdbeben, zum Stromspeicher für wichtige Infrastrukturen nutzt.

Laut dem Audi-Forschungspartner Hager Group hat das bidirektionale Laden zu Hause großes Potential. Der Hausbesitzer senkt zum einen seine Stromkosten, und erhöht zum anderen die Netzstabilität, da es keine Verbrauchspitzen zum Beispiel für das laden des E-Trons gibt. Das System wird Vehicle to Home oder auch abgekürzt V2H genannt. Eine weitere Option dabei ist, im Zusammenspiel mit einem Heim­speicher eine fast vollständige Energieautarkie sowie erhöhte Versorgungssicherheit im Falle eines Blackouts zu ermöglich.

"Die Batterie von Elektrofahrzeugen zu nutzen, um einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und gleichzeitig Stromkosten zu senken, ist eine Vision, die uns von Anfang an fasziniert hat. Mit Audi haben wir daher einen idealen Partner gefunden", erklärt Ulrich Reiner, Projektleiter bei der Hager Group. Mehr als diesen Ausblick in die V2H-Technik gibt es bisher aber nicht - Audi hat noch keine konkreten Pläne, das so seinen Kunden anzubieten.

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