So einfach haben es Fake-Rezensionen bei Amazon, Google und Co.

Amazon, Logo, Versandhandel Bildquelle: DPA
Seit Jahren bemüht sich Amazon gegen gefälschte Rezensionen und Sterne-Bewertungen vorzugehen, doch mit wenig Erfolg. Jetzt hat die Stiftung Warentest einen Selbsttest gemacht und war als bezahlter Fake-Bewerter unterwegs - mit großem Erfolg. In der neuen Print-Ausgabe der Test 07/2020 hat sich die Stiftung Warentest einmal mehr dem Problem der falschen Bewertungen bei Amazon angenommen. Aber nicht nur für Amazon. Auch Bewertungen bei Google, Holidaycheck und ähnlichen Plattformen, die mit Kunden-Bewertungen für Produkte und Dienstleistungen werben, wurden überprüft. Für Kunden ist es trotz der vielen Bemühungen der Online-Händler immer noch sehr schwer, unseriöse Bewert­ungen zu erkennen. Teilweise haben dabei zum Beispiel die Veränderungen, die Amazon angestoßen hat sogar dazu geführt, dass es für Nutzer schwerer wird, Fake-Rezensionen zu erkennen, denn die Anbieter solcher Bewertungen arbeiten immer stärker daran, nicht aufzufliegen.

Update vom 29. Juni 13.30 Uhr: Wie Amazon dagegen vorgeht, hat uns der Konzern in einer Stellungnahme erläutert, die wir am Ende des Beitrags ergänzt haben. Amazon wehrt sich dabei mit verschiedenen Maßnahmen geegen gekaufte Produktbewertungen.

Die Stiftung Warentest hat sich das System hinter den Fakes angesehen und ist selbst als "Fälscher" tätig geworden.

Amazon: Die besten Fake-ReviewsAmazon: Die besten Fake-ReviewsAmazon: Die besten Fake-ReviewsAmazon: Die besten Fake-Reviews

Von Dezember bis Mai haben die Tester bei verschiedenen Agentur-Webseiten angeheuert. In deren Auftrag wurden dann für Unternehmen Bewertungen geschrieben. Zu den Agenturen gehörten slicethepie.com, lutendo.com, empfohlen.de, rezendo.com, testerjob.net, fivestar-oms.net und shopdoc.de.

Dabei werben diese Plattformen gar nicht in erster Linie damit, dass sie positive Bewer­tungen für Produkte verfassen, sondern damit, dass echte Rezensionen von echten Bewertern erfolgen sollen. Im Test zeigte sich dann aber, dass die Warentester, die eine schlechte Kritik abgegeben haben, in 63 Prozent der Fälle von den Agenturen im Anschluss dazu aufgefordert wurden, ihre Bewertungen mit mindestens vier oder besser gleich mit 5 Sternen zu versehen. Dazu kam ein zweiter Punkt: In 21 Prozent der Fälle "durften wir die Waren nicht einmal aus­probieren", schrieben die Warentester. Das dann kein objektives Urteil zustanden kommen kann, dürfte klar sein.

Gute Bewertungen im Zehnerpack

Für Unternehmen ist das ein einfaches Geschäft. Gute Bewertungen können sie laut dem neuen Test im Zehnerpack für 99 Euro kaufen. Für den Endverbraucher führt das aber zu Fehleinschätzungen, wenn sie auf diese gekauften Rezensionen vertrauen. Erkennbar sind sie in vielen Fällen nicht, da sie schon bei den Agenturen Prüfungen durchlaufen, damit sie möglichst echt klingen. Schlechte Bewertungen werden ausgesiebt oder gesperrt. Gegen die Bewerter, die Kritik in ihren Rezensionen äußern, wird Druck aufgebaut, sodass sie ihre Bewertung noch ändern.

Amazon hat uns zu dem Problem der Fake-Bewertungen eine Stellungnahme gesendet. Dabei geht es um die Maßnahmen, die der Konzern eingeleitet hat, um unter anderem auch die von der Stiftung Warentest genannten Agenturen zu hindern, weiter falsche Bewertungen zu verbreiten:

"Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass Kunden authentische und relevante Bewertungen vorfinden, damit sie besser informierte Kaufentscheidungen treffen können. Dafür setzen wir leistungsstarke Programme des maschinellen Lernens und erfahrene Prüfteams ein, um wöchentlich mehr als 10 Millionen Rezensionen zu analysieren. Ziel ist es, missbräuchliche Bewertungen zu unterbinden, bevor sie überhaupt veröffentlicht werden. Amazon akzeptiert ausnahmslos nur authentische Bewertungen - wir entfernen gefälschte Rezensionen und gehen gegen alle an dem Missbrauch Beteiligten vor. Dies reicht von einer vorübergehenden Sperre bis hin zu einem Gerichtsverfahren.

Besonders rigoros gehen wir in Deutschland gegen Unternehmen vor, die gefälschte Rezensionen verkaufen. So haben wir beispielsweise rund ein Dutzend einstweilige Verfügungen gegen solche Anbieter erwirkt. Dieser Erfolg wird auch durch Entscheidungen der Oberlandesgerichte in Frankfurt und Hamburg bestätigt, die für den gesamten Online-Handel von grundlegender Bedeutung sein werden. Wir arbeiten weiter mit vollem Einsatz daran, die Echtheit von Kundenbewertungen zu schützen. Wir raten Kunden, die an der Glaubwürdigkeit der auf einem Produkt hinterlassenen Rezensionen zweifeln, den Link "Missbrauch melden" zu klicken, der unterhalb jeder Rezension verfügbar ist. Auf diese Weise können wir nachforschen und notwendige Maßnahmen ergreifen."

Den gesamten Beitrag "Wie Verkäufer mit gekauftem Lob Kunden manipulieren" gibt es im Heft 07/2020 oder auf der Test.de-Webseite hinter der Paywall. Infografik: Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten... Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten... Siehe auch:
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