Ohne Maßnahmen droht Kollaps: Schweizer Post erstickt an Paketflut

Vertreter der Schweizer Versandhändler sehen ihre schlimmsten Befürch­tungen wahr werden: Die Corona-Krise sorgt im Alpenland aktuell für eine Paketflut, die die Schweizer Post bald nicht mehr stemmen kann. Ohne Maßnahmen sieht man das System kollabieren.

Die Schweizer Post kommt mit der Flut der Pakete nicht mehr klar

Die Corona-Krise zeigt in fast allen Teilen der Gesellschaft und Wirtschaft ihre Auswirkungen. Während in Deutschland die Paketversender wie DHL von einer Situation ähnlich dem Weih­nachtsgeschäft berichten, das zu bewältigen ist, muss die Schweizer Post jetzt offenbar zu Maßnahmen greifen, um nicht vom Auftragsvolumen im Paketversand erdrückt zu werden. So teilt der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) mit, dass den 100 größten Paketauftraggebern des Landes Paketkontingente angekündigt wurden, sollte sich die Lage im Versandhandel nicht ändern.

"Die schlimmsten Befürchtungen sind eingetroffen, der Paketzustellung droht ohne Maß­nahmen der Kollaps", so der VSV. Aktuell sei man darum bemüht, mit der Post Lösungen zu entwickeln, die es möglich machen, eine Kontingentierung der Paketmenge zu vermeiden. Das sei dem Verband auch deshalb wichtig, weil aktuell neben Online-Händlern auch sonst stationäre Anbieter ihre aktuell durch die Corona-Krise bedingten Ausfälle kompensieren.

Der vorgeschlagene Maßnahmenkatalog sieht vor, dass die Post sich auf Sendungen konzen­triert, die von Schweizer Absendern verschickt wurden - aktuell bearbeitet die Schweizer Post nach eigenen Angaben täglich auch 100.000 Kleinwarensendungen aus dem Ausland. Weitere Vorschläge umfassen unter anderem die Nutzung der Brief-Infrastruktur für kleine Pakete und das Zulassen der Zustellung an Sonn- und Feiertagen.

In Deutschland läuft es noch

Die DHL bezeichnet die Lage in Deutschland laut Zeit zwar als "eine Bewährungsprobe, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht hatten", aktuell sei das Niveau aber mit dem Vorweihnachts­geschäft zu vergleichen. Vereinzelte Verzögerungen seien deshalb nicht auszuschließen. Auch DHL hat damit begonnen, Personal aus Bereichen wie der Briefzustellung und dem Fracht­geschäft im Paketbereich einzusetzen. Die DPD spricht von einem "stabilen" Paketvolumen, ähnlich formuliert es auch Hermes.

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