Viel besseres 4G per Software-Update:
Nokia bohrt das LTE-Netz auf

Network Slicing macht eine dynamische Steuerung der Datenflüsse über Mobilfunknetze möglich, war aber bisher nur für 5G vorgesehen. Jetzt hat Nokia angekündigt, dass man seinen LTE-Basisstationen das Feature einfach per Software-Update beibringen kann.
Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast
O2

LTE lernt von 5G einen neuen Weg, Datensegmente anzupassen

Manchmal bringt die Entwicklung neuer Standards auch Fortschritte für die ältere Technik mit sich. In Bezug auf 5G gibt es hierzulande noch sehr wenige Anwendungen, die im Alltag genutzt werden - und wegen fehlender Endgeräte überhaupt genutzt werden können. Umso erfreulicher, dass ein Feature der neuen Mobilfunktechnik jetzt seinen Einzug beim breit genutzten 4G-Standard hält und diesen deutlich verbessert - zumindest da, wo LTE-Basisstationen von Nokia zum Einsatz kommen. Infografik: 5G - Hohe Erwartungen, niedrige Zahlungsbereitschaft5G - Hohe Erwartungen, niedrige Zahlungsbereitschaft Wie der finnische Netzwerkausrüster mitteilt, kann man als erster Anbieter Network Slicing auch in 4G-Netzen realisieren. Durch die Technik kann das Mobilfunknetz gezielt in Segmente aufgeteilt werden, die in ihren Eigenschaften perfekt auf die jeweilige Anwendung angepasst werden können. So ist es möglich, jedes Segment mit unterschiedlichen Eigenschaften in Bezug auf Datenraten, Geschwindigkeiten und Kapazitäten auszurüsten.

So könnte so ein Netz-Segment besonders reaktionsschnelle Übertragungen ermöglichen, die für Funktionen vernetzter Autos wichtig sind, eine andere Schicht könnte dagegen voll auf hohe Bandbreiten für mobiles Video-Streaming ausgelegt sein. Auch für diverse Anforderungen von IoT-Anwendungen bringt Network Slicing die Möglichkeit mit, maßgeschneiderte mobile Verbindungen zu realisieren.

Software-Update reicht

Bisher war Network Slicing immer als Feature für reine 5G-Netze angekündigt und nicht für den parallelen Betrieb von 4G und 5G. Wie Nokia ausführt, habe man einen Weg entwickelt, mit einem reinen Software-Update vorhandene Basisstationen für 4G und 5G NSA (not stand alone) nachzurüsten. An der Entwicklung waren der österreichische Mobilfunkprovider A1 und der finnische Anbieter Telia beteiligt, die nun auch die ersten Pilotkunden für die Netz-Updates sind.

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