Darum ist der Mars trocken: Neuer Mechanismus überrascht Forscher

Esa, ExoMars, Trace Gas Orbiter Bildquelle: ESA
Wissenschaftler haben überraschend einen Mechanismus in der Mars­atmos­phäre entdeckt, der dafür sorgt, dass der Planet sehr effektiv sein Wasser verliert. Die Entdeckung liefert neuen Erkenntnisse in Bezug auf die Frage, warum der rote Planet zu einer Wüste geworden ist.

Das Mars-Wasser verabschiedet sich sehr effektiv von dem Planeten

Die Hinweise auf eine feuchte Vergangenheit des Mars sind überwältigend - mäandrierende Flussläufe, ausgetrocknete Seebetten und viele weitere Faktoren liefern einen deutlichen Hinweis darauf, dass unser Nachbarplanet in seiner Vergangenheit über große fließende Wasserressourcen verfügt hat. Nach aktuellen Analysen befinden sich auf dem modernen Mars nur noch weniger als 10 Prozent dieser Wassermassen, das meiste davon ist in den polaren Eiskappen eingeschlossen. Die bisher gültige Erklärung: Das Wasser konnte über Jahrmillionen ins Weltall entweichen. Neue Erkenntnisse liefern jetzt aber ein ganz neues Bild dieses Mechanismus. Trace Gas Orbiter (ESA)Der Trace Gas Orbiter der ESA Wissenschaftler sind sich bisher einig, dass das Marswasser von ultravioletter Strahlung in der oberen Atmosphäre in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird und ein Großteil des Wasserstoffs dann in den Weltraum entweicht - die geringe Schwerkraft des roten Planeten - rund 60 Prozent geringer als die der Erde - reicht nicht aus, um die Moleküle an sich zu binden. Bisher war man aber davon ausgegangen, dass dieser Prozess sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, die Veränderungen sich also über Millionen Jahre vollzogen haben.

Neue Daten der ExoMars-Mission "Trace Gas Orbiter" zeichnen hier aber ein anderes Bild. Die Forscher hatten hier die Verteilung von Wasser in der Marsatmosphäre über die letzten zwei Jahre beobachtet und unerwartet starke Zusammenhänge mit den Jahreszeiten festgestellt. Demnach sind große Teile der Atmosphäre in der wärmsten und stürmischen Jahresphase des Planeten "übersättigt" und enthalten "10 bis 100 Mal mehr Wasserdampf", als das auf Basis der Temperaturen zu erwarten wäre. Das sorgt dafür, dass weit mehr Wasser in die obere Atmosphäre gelangt, als bisher angenommen.

Nirgends sonst

Wie Franck Montmessin, Planetenforscher, gegenüber Space.com ausführt, kann dieses Phänomen "bei keinem anderen Körper in unserem Sonnensystem beobachtet werden", das mache die Entdeckung zu einer so großen Überraschung. Bisher sei man davon ausgegangen, dass die niedrigen Temperaturen in hohen Atmosphärenschichten dazu führen, dass das Wasser zu Wolken kondensiert. "Wir müssen jetzt wohl davon ausgehen, dass das Entweichen von Wasser auf dem Mars viel effektiver geschieht, als wir bisher angenommen haben", so Montmessin.


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