Verwerflich, wertlos: Forscher für Genmanipulation von Babys verurteilt

Ende letzten Jahres hatte ein chinesischer Forscher bekannt gegeben, dass er zwei Babys per Genmanipulation gegen HIV immunisiert habe - die Wissenschaftsgemeinde hatte ihn scharf verurteilt und die Ergebnisse angezweifelt. Jetzt folgen rechtliche Konsequenzen: drei Jahre Haft.

Genmanipulation an Babys hat für chinesischen Wissenschaftler Folgen

Ende 2018 konnten wir unter der Überschrift "HIV-Resistenz: China meldet erste Geburt von genmanipulierten Babys" darüber berichten, dass der chinesische Forscher He Jiankui nach eigenen Angaben in einem Experiment die ersten Babys zur Welt gebracht hatte, bei denen das Genom vor der Geburt gezielt mit der Crispr/Cas9-Methode manipuliert wurde - er habe den CCR5-Rezeptor deaktiviert, was dazu führe, dass keine Ansteckung mit HIV mehr möglich sei. Schon kurz nach dem Bekanntwerden war der Forscher international aber auch von chinesischer Seite scharf kritisiert worden. Jetzt folgen auch rechtliche Konsequenzen. GentechnikDas Crispr/Cas9-Verfahren macht vieles möglich Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag mitteilt, ist He Jiankui in der südchinesischen Stadt Shenzhen jetzt für sein Vorgehen im letzten Jahr zu einer Haftstrafe von drei Jahren und einer Strafzahlung von drei Millionen Yuan (rund 380.000 Euro) verurteilt worden. Neben dem Forscher wurden in dem Verfahren laut Morgenpost auch noch zwei weitere Wissenschaftler verurteilt, die an den Versuchen beteiligt waren, sie müssen Haftstrafen von zwei Jahren beziehungsweise 18 Monaten antreten und ebenfalls Geldbuße leisten. Das Urteil legt klar fest, dass die vorgenommenen Eingriffe "illegal" gewesen seien.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass von den Verurteilten "absichtlich gegen die ein­schlägigen nationalen Vorschriften für wissen­schaftliche Forschung verstoßen" wurde. Darü­ber hinaus hätten sie nicht über die erforder­lichen Qualifikationen verfügt, um mit den eingesetzten Mitteln arbeiten zu können. Die Anwendung der Gentechnologischen Mittel auf humanmedizinische Anwendungen sei zu schnell und unkontrolliert erfolgt.

Zweifel an Wirksamkeit

Neben den rechtlichen Konsequenzen hat auch die wissenschaftliche Gemeinde über die Versuche ein scharfes Urteil gefällt. Wie Experten nach Durchsicht der Unterlagen von He Jiankui urteilen, hatte die Genmanipulation die von den Forschern beabsichtigte Wirkung wohl nicht erzielt.


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