Rekordverdächtig: Google stellt einen Dienst nach 10 Jahren Beta ein

Dokumente, Papier, Akten Bildquelle: Niklas Bildhauer (CC BY-SA 2.0)
Google ist durchaus bekannt dafür, dass einige Dienste lange als Beta gekennzeichnet sind. Und auch, dass einige Produkte irgendwann schlicht abgeschaltet werden. Beim Cloud Print-Services kombiniert sich beides in rekordverdächtiger Weise. Google hatte Cloud Print im Jahr 2010 erstmalig vorgestellt. Über den Service wird es Nutzern ermöglicht, Dokumente quasi von jedem Gerät mit Internet-Anbindung und von jedem Ort aus zu drucken. Die Druckaufträge werden dafür an den Cloud-Dienst übergeben, der sie dann über eine zuvor installierte Software an den heimischen PC übergibt. Es gibt aber auch Drucker, die den Dienst unterstützen und über ihre eigene Netzwerkverbindung direkt angesprochen werden können.

Mit der Zeit kamen sogar noch einige Partnerschaften mit Unternehmen hinzu, die Filialnetze in verschiedenen Regionen unterhalten. Nutzer konnten ihre Dokumente dann direkt an den Drucker in der jeweiligen Niederlassung schicken und von dort ausgedruckt abholen. Das ist letztlich die sicherere Variante, als beispielsweise einen USB-Stick zwischen dem eigenen Rechner und einem Gerät in einem Internet-Cafe auszutauschen.

Andere Zeiten

Trotz alledem hat Cloud Print nie den Sprung zu einer offiziellen finalen Version geschaft. Bis heute steht ein dickes "Beta" am Logo des Dienstes. Und eine richtige Version 1.0 wird es auch nicht mehr geben. Denn Google hat nun angekündigt, den Service demnächst einzustellen. Nutzer haben jetzt noch ein gutes Jahr Zeit, sich nach einer Alternative umzuschauen. Die letzten Druckaufträge wird Cloud Print den Angaben zufolge am 31. Dezember 2020 entgegennehmen.

Das Unternehmen begründet die Entscheidung damit, dass der Dienst heute im Grunde nicht mehr gebraucht werde. Er stammt immerhin noch aus einer Zeit, in der es wesentlich komplizierter war, vernetzte Drucker ordentlich einzurichten oder Dokumente einfach an andere Geräte zu übermitteln. In einer Zeit, in der Nutzer ohnehin ihre Daten über Synchronisations-Dienste auf all ihren Geräten parallel vorhalten und auch Smartphones direkt mit Printern kommunizieren können, ist der Service im Kern hinfällig.

Siehe auch: Googles Clusterfuck: Stadia überhitzt und killt Chromecast Ultra Dokumente, Papier, Akten Dokumente, Papier, Akten Niklas Bildhauer (CC BY-SA 2.0)
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