Tränen und schräge Gesangs-Einlagen: Alibaba-Gründer geht in Rente

China, Alibaba, Jack Ma Bildquelle: UNclimatechange (CC BY 2.0)
Wer bisher glaubte, die Auftritte Steve Ballmers seien der Höhepunkt dessen, was Manager von Großkonzernen an Skurrilität aufbieten kön­nen, sah sich getäuscht. Als sich Alibaba-Gründer Jack Ma von seinen Mitarbeitern verabschiedete, wurde noch Einiges mehr geboten. Tausende Angestellte des chinesischen Internet-Konzerns, den Ma vor 20 Jahren gründete, waren auf dem Großevent zusammengekommen, um am Abschied von ihrem bisherigen Chef teilzuhaben. Anfangs lief die Veranstaltung auch so, wie man es sich vorstellt. Der Firmengründer sprach einige lobende und wehmütige Worte und ließ sich sogar zu einigen Tränen hinreißen.

Allerdings wollte man die Veranstaltung auch nicht zu getragen enden lassen. So betraten schließlich Ma, die Alibaba-Mitbegründerin Lucy Peng und Wang Jian, der Chef des Technologie-Komitees des Unternehmens, in Lederjacke und mit Perücke die Bühne. Gemeinsam gaben sie so diverse populäre chinesische Pop-Songs zum Besten. Joseph Tsai, der ebenfalls zum Gründer-Team gehörte und auch heute noch im Top-Management Alibabas tätig ist, gesellte sich im Marilyn Monroe-Stil mit weißem Kleid und blondem Haaraufsatz dazu.

Ruhestand mit 55 Jahren

"Nach dem heutigen Abend werde ich ein neues Leben beginnen", erklärte Ma laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Die Welt habe so viel zu bieten und er könne sich für so viele Dinge begeistern, dass er mit Freuden die Möglichkeit nutze, früh in den Ruhestand zu gehen. Es war gleichzeitig sein 55. Geburtstag. Und wenn man ein Vermögen von aktuell geschätzt 38 Milliarden Dollar besitzt und damit zu den reichsten Menschen der Welt gehört, ist eine solche Entscheidung auch kein größeres Problem. Viele der Beschäftigten im Publikum dürften da zwangsweise eine etwas andere Lebensplanung haben.

Ma gehört aber ein Stück weit eben auch zu den Prototypen eines Tech- und Internet-Unternehmers, wie man sie aus den USA verschiedentlich kennt. Ob nun Steve Jobs oder Bill Gates, dort haben es mehrere Persönlichkeiten ganz nach oben geschafft, deren Lebensweg nicht gerade vorgezeichnet war.

Das war bei Ma ganz ähnlich. Er brauchte mehrere Anläufe, um überhaupt an der Universität angenommen zu werden. Letztlich wurde er Englisch-Lehrer. 1995 hatte er bei einer Reise in die USA erstmals mit dem Internet Kontakt und war im Grunde infiziert. Nach ersten weniger erfolgreichen Experimenten gründete er 1999 dann Alibaba, das zu einem der größten Handelskonzerne der Welt aufstieg. Zukünftig will nun auch Ma vor allem wohltätige Zwecke mit Bildungs-Schwerpunkt ins Zentrum seines Wirkens rücken.

Siehe auch: Jack Ma vollzieht Kehrtwende: Arbeitszeit sollte auf 12 h/Woche sinken China, Alibaba, Jack Ma China, Alibaba, Jack Ma UNclimatechange (CC BY 2.0)
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