Huawei-Chef: Trumps Embargo schadet nicht wie gedacht, Frist unnötig

Huawei, Chef, Chairman, Ren Zhengfei, Ren Bildquelle: Huawei
Huawei-Chef Ren Zhengfei hat auf die jüngsten Entwicklungen im Fall des Handelsembargos gegen sein Unternehmen durch die US-Regierung reagiert. Seinen Angaben zufolge, sind die Auswirkungen auf den Verkauf von Smartphones und anderen Produkten deutlich geringer als erwartet. Darüber hinaus gab sich Ren kämpferisch, auch weil er nicht davon ausgeht, dass Trump & Co Huawei zeitnah von der Sperrliste nehmen werden.

In einem vom 21st Century Business Herald geführten Interview, das bei Sina Tech veröffentlicht wurde, erklärte der Huawei-Chef, dass die Folgen der US-Sanktionen bisher weniger stark ausfallen, als man intern zunächst angenommen hatte. So hatte Huawei eigentlich für 2019 mit einem Umsatz in Höhe von 135 Milliarden Dollar gerechnet.

US-Embargo schadet Umsatzziel nicht so stark wie erwartet

Zuletzt habe man dies in internen Schätzungen um rund 30 Milliarden auf 100 bis 105 Milliarden Dollar herunter korrigiert. Nach aktuellem Stand wirkt sich das US-Embargo aber doch weniger stark aus als erwartet. Die reelle Situation, die sich in internen Finanzdokumenten nachvollziehen ließe, sei dadurch deutlich besser, als Huawei zuletzt intern vorhergesagt hatte. Es sei möglich, dass die Zahlen deutlich besser ausfallen. Noch sei es aber auch schwer, Vorhersagen für die zweite Jahreshälfte abzugeben.

Der Großteil des Wachstums erfolge ohnehin in den ersten Monaten des Jahres, während Mai und Juni kaum Auswirkungen hätten. Gemeint ist damit wohl, dass die Flaggschiff-Geräte der P30-Serie ohnehin vor Beginn des Embargos in großen Stückzahlen produziert wurden, so dass der Mangel an Komponenten durch wegfallende Lieferungen amerikanischer Zulieferer noch keine großen Folgen hatte.

Kooperation mit dem Militär ist bei Huawei verboten

Ren äußerte sich auch zu den Berichten über eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Militär. Es habe sich um private Aktivitäten einiger weniger Mitarbeiter gehandelt, die bis auf eine Person allesamt inzwischen nicht mehr für Huawei tätig sind. Der letzte verbleibende Mitarbeiter, der mit der chinesischen Armee kooperiert hatte, sei ein einfacher Angestellter, so dass er keine Aussagen darüber treffen könne, ob dieser mittlerweile noch für den Konzern tätig ist. Huawei selbst pflegt laut Ren keinerlei Zusammenarbeit mit irgendwelchen militärischen Stellen zu Forschungszwecken.

Mit Blick auf die sogenannte Entity List, die es US-Firmen untersagt, Geschäfte mit Huawei zu machen, sagte Ren, dass er nicht davon ausgeht, dass der Konzern von der Liste gestrichen wird. Es gehe den USA nicht darum, Huawei für Fehler zu bestrafen, sondern darum, den Konzern zu zerstören. Huawei sei aber auch wegen des Embargos gut auf eine solche Situation vorbereitet. So habe das Vorgehen der USA gegen den Konzern die Belegschaft erheblich motiviert, enger zusammenzustehen und noch härter für den Erfolg der Firma zu arbeiten.

Netzwerksparte kommt auch ohne US-Komponenten aus

Außerdem könne die wichtige Sparte für Mobilfunk-Netztechnik auch ohne Komponenten und Software von US-Firmen ihre Arbeit uneingeschränkt fortsetzen. Weil dieser Bereich des Konzerns fast vollständig auf eigene Chips und Technologien setzt, sei man kaum auf externe Lieferanten aus den USA angewiesen, so dass die Auswirkungen des US-Embargos an diesem Geschäftsbereich (fast) komplett vorbei gehen.

Bei den hauseigenen Smartphones erwartet Ren nach eigenen Angaben, dass man innerhalb von einem bis zwei Jahren entsprechende Anpassungen umgesetzt hat, um auch ohne die Abhängigkeit von US-Partnern das enorme Wachstum wieder fortsetzen zu können. Außerdem gebe es diverse Abkommen zum Austausch von Lizenzen für zahlreiche Patente, so dass Huawei in der Lage ist, die Technologien von US-Firmen auch weiterhin in seinen Produkten einzusetzen.

Die von den USA erteilte, vorläufige Erlaubnis für US-Firmen, mit Huawei Handel zu treiben, bezeichnete Ren selbstbewusst als überflüssig. Sie sei schlichtweg nicht nötig, weil Huawei schon zum Zeitpunkt der Eintragung des Konzerns auf der "Entity List" vorbereitet gewesen sei. Vor allem die US-amerikanischen Zulieferer würden davon profitieren, da sie so mehr Zeit hätten, ihre Produkte an Huawei zu verkaufen.

Erst am Wochenende hatte US-Präsident Trump in Japan verlauten lassen, dass man den Handel mit Huawei bei allen Gütern wieder zulassen wolle, bei denen keine potenzielle Gefahr für die Nationale Sicherheit der USA bestehe. Konkrete Details nannte er allerdings noch nicht. Huawei, Chef, Chairman, Ren Zhengfei, Ren Huawei, Chef, Chairman, Ren Zhengfei, Ren Huawei
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