Unitymedia-Übernahme: Vodafone will sein Netz mit O2 teilen

Vodafone, Unitymedia, Kabel Bw, Liberty Global Bildquelle: Vodafone / Liberty Global
Um die Übernahme von Unitymedia nicht untersagt zu bekommen, hat Vodafone jetzt eine Idee vorgelegt, die für den deutschen Markt bisher einzigartig ist: Das Unternehmen will freiwillig Kapazitäten seines Kabelnetzes an die Telefonica vermieten und so ermöglichen, dass es auch bald Breitband-Anschlüsse unter dem O2-Logo gibt. Ein ähnliches Konzept gibt es auch im Festnetz, wo die Deutsche Telekom als ehemaliges Staatsmonopol mit einer aus Steuermitteln aufgebauten Infrastruktur allerdings verpflichtet ist, anderen Anbietern Kapazitäten zu vermieten. Und im Mobilfunk gehörte dies ursprünglich zu den Lizenzbedingungen der 3G-Auktionen, weshalb die Discounter auch weitgehend auf 3D-Tarifen festhängen und nur selten auch LTE anbieten können.

Beim Kabel-Internet gibt es hingegen noch keine geteilten Infrastrukturen. Das könnte sich aufgrund einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Vodafone und Telefonica nun aber ändern. Denn Vodafone will endlich das Netz von Unitymedia übernehmen und damit zum einzigen Kabelnetzbetreiber werden, der bundesweit tätig ist. Aktuell sieht es aber eben schwer danach aus, dass die Akquisition von den EU-Wettbewerbsbehörden nicht genehmigt würde.

Deutlich mehr Wettbewerb

Durch die freiwillige Abgabe von Kapazitäten an die Telefonica könnte gewährleistet werden, dass auch im Kabel allein kein Monopol entsteht, wie aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervorgeht. Darum geht es eigentlich ohnehin nicht, denn man will ja in erster Linie der Telekom eine starke eigenständige Infrastruktur für Internet-Zugänge entgegenstellen. Aus Sicht des Verbrauchers dürfte es dabei sogar noch deutliche Vorteile haben, wenn ein dritter großer Anbieter mit in dem Markt aktiv wird.

Dann würden die letzten ablehnenden Stimmen bei den Fernsehsendern liegen, die ebenfalls Probleme befürchten, wenn sie noch stärker von einem großen Infrastrukturbetreiber abhängig werden. Diesen will Vodafone aber auch noch entgegenkommen - unter anderem auch damit, ihnen bestimmte Verbindungsqualitäten über die IP-Verbindungen zu garantieren. Damit würden sie nicht nur im klassischen Kabelnetz, sondern auch beim Internet-Streaming gute Bedingungen vorfinden.

Siehe auch: EU wird Unitymedia-Übernahme durch Vodafone wohl untersagen Vodafone, Unitymedia, Kabel Bw, Liberty Global Vodafone, Unitymedia, Kabel Bw, Liberty Global Vodafone / Liberty Global
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