Foxconn-Chef will Präsident werden - angeblich direkter Gottes-Auftrag

Taiwan, Mazu, Tempel Bildquelle: Zairon (CC BY-SA 4.0)
Der Aufsichtsratschef des Auftragsherstellers Foxconn, Terry Gou, wähnt sich zu höherem berufen - und meint dies keineswegs metaphorisch. Der Milliardär kündigte an, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen als Kandidat antreten zu wollen. Dazu soll ihm die Göttin Mazu persönlich den Auftrag gegeben haben. Die Entscheidung verkündete Gou entsprechend im Mazu-Tempel in Taipei. Er "werde der Weisung folgen", verkündete der Manager unter dem Klang von Trommeln und Gongs. Gekleidet war er dabei volksnah in eine rote Jacke, auf die der Name des Tempels gestickt war, und ein Basecap mit taiwanischer Flagge. Im Kreise von rund hundert anderen Gläubigen brachte Gou dabei die typischen Opfergaben dar, schildert die Nachrichtenagentur Reuters die Geschehnisse.

"Ich bin heute hier an dem Ort, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin", erklärte der Milliardär und ergänzte, dass ihm die Göttin Mazu persönlich im Traum erschienen sei und ihm aufgetragen habe, den nächsten Schritt zu gehen. "Mazu sagte mir, dass ich den leidenden Menschen Gutes tun, der Jugend Hoffnung geben und für Frieden auf beiden Seiten der Meerenge (zwischen Taiwan und China) eintreten soll", führte er weiter aus.

Regierungswechsel deutet sich an

Wie Gou weiter ausführte, habe er seine Kandidatur noch nicht formal bei den zuständigen Stellen angemeldet, was aber noch passieren soll. Die Wahlen finden ohnehin erst im kommenden Januar statt. Der Manager will dabei für die Kuomintang-Partei (KMT) antreten, die derzeit in der Opposition ist und für eine Annäherung an China steht. Die regierende Demokratisch-Progressive Partei (DPP) könnte dabei durchaus abgelöst werden, denn seit den schlechten Ergebnissen bei den Kommunalwahlen Ende 2018 hat sie sich in den Umfragen nicht wesentlich erholen können.

Die KMT hat zwar eine zwiespältige Geschichte, die in der aktuellen Situation aber durchaus hilfreich sein könnte. Sie stellte die letzte bürgerliche Regierung Chinas, die in der Folge der Revolution von 1949 auf die Insel Taiwan floh. Trotzdem tritt die Partei dafür ein, die Verbindungen zum Festland zu pflegen. Zuletzt vertieften sich die Gräben allerdings, was nicht nur zum üblichen Säbelrasseln seitens der Volksrepublik führte. Auch die engen wirtschaftlichen Beziehungen leiden unter der angespannten Lage, so dass eine bessere Verständigung auch den Alltag in Taiwan verbessern könnte.

Siehe auch: Smartphone-Boom verpennt: Foxconn kritisiert Microsofts Android-Klage Taiwan, Mazu, Tempel Taiwan, Mazu, Tempel Zairon (CC BY-SA 4.0)
2019-04-17T11:36:00+02:00
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