Forscher: Stimmen können über Festplattenvibration abgehört werden

Festplatte, Hdd, Platter Bildquelle: Alpha six / Flickr
Wissenschaftler beschreiben eine Abhörmethode, die wie eine fixe Idee aus einem allzu kreativen Agentenroman klingt: Mechanische Komponenten in magnetischen Festplatten verhalten sich wie Mikrofone. Durch die Schwingung der Platter ist es möglich, menschliche Stimmen und andere akustische Phänomene im Raum zu erkennen.
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Die Festplatte wird zum Raummikrofon

Abhörmethoden sind mitunter sehr ausgefeilt und setzen auf komplizierte, miniaturisierte Technik, die möglichst wenig auffallen soll. Wie Golem berichtet, beschreiben Wissenschaftler jetzt aber eine Methode zum Mithören, die prinzipiell bei jedem Computer funktioniert, der eine magnetische Festplatte verbaut hat. Einem Team von der University of Michigan und der Zhejiang University in China ist es gelungen, mit manipulierter Firmware und aufwendigen Signal-Verarbeitungsmethoden HDDs in Abhörgeräte zu verwandeln.

"Unsere Forschung zeigt auf, dass sich die mechanischen Komponenten in magnetischen Festplatten wie Mikrofone verhalten, die genügend Genauigkeit bieten, um menschliche Stimmen zu extrahieren und zu analysieren", so das Team laut The Register in ihrer Arbeit. Wie die Forscher weiter ausführen, erlauben es diese "unbeabsichtigten Mikrofone" sogar, "mit dem Dienst Shazam einen Song zu erkennen, der über die Festplatte aufgenommen wurde".

Kleine Abweichungen

Wie das Team beschreibt, wird es durch die Anpassung der Firmware der Festplatten zunächst möglich, Informationen zur Abweichung des Schreibkopfes von der aktuell abgetasteten Bahn auszulesen. Diese Abweichung wird als "Positional Error Signal (PES)" bezeichnet und dient Festplatten eigentlich dazu, den Schreibkopf in einer optimalen Position zu halten, da bereits wenige Nanometer Abweichung zu Fehlern führen können. Die erforderliche Präzision sorgt aber eben auch dafür, dass der Einfluss von menschlichen Stimmen an diesem Punkt messbar wird, so die Forscher.

Mit den Angaben zu den erforderlichen Lautstärken für eine erfolgreiche Messung der Signale machen die Forscher dann auch klar, dass die Methode zwar theoretisch funktioniert, bei Gesprächen in normaler Lautstärke aber wohl keine Anwendung finden kann. Der niedrigste Schwellenwert für die Erkennung liegt demnach bei 75 Dezibel, normale Gespräche finden im Durchschnitt bei rund 65 Dezibel statt. Für die Erkennung von Musik war sogar eine Lautstärke von 90 Dezibel nötig.

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