Facebook muss sich wegen Missbrauch seiner Macht verantworten
Das Bundeskartellamt hat sich ziemlich viel Zeit gelassen. Doch nun könnte Facebook von dort aus ein ziemlich heftiger Gegenwind entgegenblasen. Denn bei der Behörde soll man inzwischen ziemlich klar zu dem Schluss gekommen sein, dass Facebook seine dominierende Stellung missbraucht, um massenhaft Nutzerdaten auch ohne Einwilligung zu sammeln.
Das Untersuchungsverfahren gegen das Social Network wurde bereits im Jahr 2016 eingeleitet. Und jetzt sollen tatsächlich Ergebnisse dessen vorliegen, wie die Boulevard-Zeitung Bild gestern berichtete. Hier geht es nicht einfach nur um die Frage, ob die Erhebung bestimmter Nutzerdaten beispielsweise hinsichtlich der Datenschutz-Gesetzgebung in Ordnung ist, sonden wie sie mit der Stellung Facebooks am Markt und den daraus resultierenden Geschäften zusammenhängt.
Ein Beispiel ist der altbekannte Like-Button. Facebooks dominante Rolle führt unter anderem auch zu einem gewissen Druck auf Betreiber von Webseiten, diesen bei sich einzubinden. Der Konzern nutzt das aus, um noch weitergehende Daten von Usern zu erhalten - auch solchen, die gar nicht mit Facebook in Verbindung stehen möchten.
Insbesondere die möglichen Geldstrafen, die hier bei maximal zehn Millionen Euro liegen, tun dem Unternehmen kaum weh. Allerdings kann eine Entscheidung des deutschen Bundeskartellamtes durchaus auch einen Referenz-Charakter auf EU-Ebene haben. Eine Facebook-Sprecherin kündigte daher gegenüber der Zeitung schonmal an, gegen eine entsprechende Entscheidung Widerstand leisten zu wollen.
Siehe auch: Auch das Bundeskartellamt geht jetzt auf Facebook los
Ein Beispiel ist der altbekannte Like-Button. Facebooks dominante Rolle führt unter anderem auch zu einem gewissen Druck auf Betreiber von Webseiten, diesen bei sich einzubinden. Der Konzern nutzt das aus, um noch weitergehende Daten von Usern zu erhalten - auch solchen, die gar nicht mit Facebook in Verbindung stehen möchten.
Missbrauch ist gegeben
Beim Kartellamt soll man nun zu dem Schluss gekommen sein, dass Facebook auf jeden Fall seine marktbeherrschende Stellung missbrauche, um an Daten zu gelangen, die kleineren Konkurrenten so nicht zugänglich sind. Dadurch werden bestimmte geschäftliche Entwicklungen bei dem Konzern im Grunde zu Selbstläufern. Das Kartellamt will nun wohl versuchen, das mit Auflagen und Strafen einzudämmen - wobei hier natürlich die Frage ist, wie weit die Macht einer nationalen Behörde bei einer Plattform reicht, die weit mehr als zwei Milliarden Menschen verbindet.Insbesondere die möglichen Geldstrafen, die hier bei maximal zehn Millionen Euro liegen, tun dem Unternehmen kaum weh. Allerdings kann eine Entscheidung des deutschen Bundeskartellamtes durchaus auch einen Referenz-Charakter auf EU-Ebene haben. Eine Facebook-Sprecherin kündigte daher gegenüber der Zeitung schonmal an, gegen eine entsprechende Entscheidung Widerstand leisten zu wollen.
Siehe auch: Auch das Bundeskartellamt geht jetzt auf Facebook los
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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