Foto reicht: 40% der Handys fallen bei Face-Unlock-Test komplett durch

Was einzelne Untersuchungen schon gezeigt hatten, wird jetzt auch im großen Rahmen bestätigt: Im Test mit 110 Handys konnte bei 42 Modellen die Gesichtserkennung mit einem Foto ausgetrickst werden. Während bei Nokia und Sony alle untersuchten Modelle diese Schwächen zeigen, kann Apple mit seinem Face ID-System bei den neuen Modellen eine weiße Weste bewahren.
Huawei, Honor, Gesichtserkennung, Face ID, 3D-Scanner
Honor

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Gesichtserkennung bleibt oft schwach

Dass sich Systeme zur Gesichtserkennung mit verschiedenen Methoden austricksen lassen, ist an sich keine Neuigkeit. Im ausführlichen Test der niederländischen NGO Consumentenbond zeigt sich jetzt aber einmal mehr, wie weitreichend das Problem ist. Bei der Überprüfung von 110 Handys, die im Security-Report gelistet sind (wegen verschiedener Speicherausführungen sind einige Modelle mehrfach aufgeführt), mussten sich 42 Geräte - also rund 40 Prozent - schon der einfachsten Entsperrmethode geschlagen geben: einem Portraitfoto.

Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, mussten einige Hersteller dabei hinnehmen, dass alle getesteten Modelle dieser recht einfachen Prüfung nicht standhalten konnten. So ließen sich sowohl bei Sony als auch bei Nokia alle überprüften Modelle auf diese Weise entsperren. Bei LG können Nutzer demnach nur auf die Gesichtserkennung vertrauen, wenn die erhöhte Sicherheit aktiviert ist - der Anbieter lässt hier die Wahl, ob die Erkennung schnell oder sicher vorgenommen werden soll.

Bei anderen Herstellern konnte ein starker Unterschied zwischen verschiedenen Modellen diagnostiziert werden. Samsungs aktuelle Top-Modelle lassen sich durch ein Portraitfoto dabei nicht überlisten - ganz anders als beispielsweise der Vorgänger Galaxy S8. Bei günstigeren Modellen, wie dem getesteten Galaxy A8, konnte die Gesichtserkennung aber wiederum auf diese Weise ausgetrickst werden. Das OnePlus 6, Wiko View 2 und Oppo Find X waren für die jeweiligen Hersteller die einzigen Modelle, die den Test bestanden hatten. Die Apple Modelle iPhone XS, das XS Max und das iPhone XR ließen sich nicht überlisten.

Pin statt Biometrie

Diese Ergebnisse machen erneut klar, warum viele Experten den Einsatz von biometrischen Techniken zu Gesichtserkennung als riskant einstufen. Daher folgt auf solche Meldungen auch immer der gleiche Rat: Eine Pin oder ein gut gewähltes Passwort zum Schutz des Handys ist in vielen Situationen bisher die beste Methode - auch, wenn diese natürlich wieder andere Probleme mit sich bringen können.
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