EU-Agentur: Klimawandel verursacht immer mehr schwere Netzausfälle

Viele Wissenschaftler sehen weitreichende Folgen des Klimawandels, jetzt werden extreme Wetterlagen auch mit vermehrten Ausfällen in den Telekommunikationsnetzen in Verbindung gebracht. Wie die Europäische Sicherheitsagentur ENISA warnt, werden sich Netzbetreiber in Zukunft wohl häufiger mit Naturphänomenen auseinandersetzen müssen.
Cloud, Wolke, Gewitter
cjohnson7 (CC BY 2.0)

Immer mehr extremes Wetter erfordert bessere Netze

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA fasst in ihrem Jahresbericht alle Meldungen zu Störungen zusammen, die an Netzregulierungsbehörden gemeldet wurden. Auch in diesem Jahr zeigt sich dabei ein Trend, der sich laut der Agentur in Zukunft noch verstärken wird: Immer öfter sind extreme Wetterlagen für Ausfälle in Netzen verantwortlich.
Gründe für Netzausfälle 2017Naturphänomene führen immer öfter zu Netzausfällen
Wie dem Bericht zu entnehmen ist, haben Telekommunikations- und Internetbetreiber im vergangenen Jahr an die Behörden eine Meldung von insgesamt 169 größeren Netzausfällen vorgenommen. In 51 Prozent der Fälle war von den Ausfällen die Mobilkommunikation betroffen. Wie die ENISA errechnet, waren dabei bei einem einzigen Netzausfall im Durchschnitt eine Million Menschen betroffen.

Wie die Sicherheitsagentur betont, fällt dabei vor allem ein ermittelter Wert in ihrer Statistik ungewöhnlich hoch aus: Mit einem Anteil von 17,2 Prozent an den Netzausfällen sind Naturphänomene wie Schneefälle, Eis, Sturm, Überflutungen, aber auch Waldbrände mittlerweile für fast jede fünfte Störung in diesem Bereich verantwortlich. In den drei Jahren zuvor hatte dieser Wert noch bei 5 Prozent gelegen. Größter Störfaktor sind Hard- und Softwarefehler mit 62,1 Prozent, 2,4 Prozent entfallen auf kriminelle Handlungen.

Warnung vor der Zukunft

Den Aufwärtstrend bei Störungen durch Wetterphänomene nimmt die ENISA zum Anlass, gegenüber den Telekommunikations- und Internetbetreibern eine klare Warnung auszusprechen: "Netzbetreiber in der Europäischen Union werden sich mit Naturphänomenen weiterhin befassen müssen, da Extremwetterlagen aufgrund des Klimawandels häufiger werden."

Werden Netzausfälle von Naturphänomenen verursacht, sind die Folgen für die Betreiber darüber hinaus meist gravierender als bei anderen Ursachen. Laut ENISA müssen Betreiber bei Softwarefehlern im Schnitt mit Ausfallzeiten von 16.900 Nutzerstunden rechnen, bei Naturkatastrophen seien es dagegen 56.800 Nutzerstunden.

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