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Kampf gegen Windmühlen: Nintendo zwingt nächste Retroseite zum Aus
In Nintendos Rechtsabteilung geht die Arbeit nie aus, die Juristen des japanischen Videospielgiganten verschicken eine Abmahnung nach der anderen. Das hängt einerseits mit der Popularität der Nintendo-Charaktere und der (alten) Spiele zusammen, anderseits aber auch damit, dass Nintendo in Bezug auf seine Marken keine Gnade kennt.
Aktuell musste EmuParadise seine Pforten schließen. Das Portal, auf dem es emulierte Retro-Spiele von Nintendo zum Download gab, führte diesen Schritt allerdings freiwillig durch, wohlgemerkt aber nach immerhin 18 Jahren, die man online war. Grund für das mehr oder weniger freiwillige Aus waren Nintendo-Klagen gegen andere Seiten dieser Art, nämlich LoveRoms und LoveRetro.
Diese wurden von Nintendo Ende Juli auf 100 Millionen Dollar verklagt. Das wurde EmuParadise zu heiß und man zog sich selbst zurück, um sich nicht ähnliche Schadenersatzforderungen einzufangen. TorrentFreak widmet dem Thema nun eine ausführliche und interessante Analyse. Denn während die Nintendo-Anwälte und -Manager diesen Erfolg sicherlich bejubeln, verstehen Nintendo-Fans diese aggressive Schutzhaltung nicht.
Andererseits gibt es die Sicht der Gamer, die meinen, dass jahrzehntealte Spiele von Konsolen, die es nicht mehr gibt, keinen Schaden anrichten und auch längst ihre Kosten (vielfach) wieder eingespielt hätten. Kurzum, so TorrentFreak, fragen sich viele Gamer, warum Spielefirmen solche "Arschlöcher" sein müssen.
Das Filesharing-Blog verweist auf Berichte von EmuParadise-Nutzern: Da hat es Soldaten gegeben, für die solche Games die einzige Möglichkeit sind, ihren Kriegsalltag zu bewältigen, oder Brüder, deren Geschwister an Krebs gestorben sind und früher gemeinsam gespielte Retro-Titel eine Möglichkeit waren, den Schmerz zu verarbeiten.
Erinnerungen sind die vielleicht wichtigste Zutat, warum diese Spiele so eine Wirkung haben. Das sei auch der Erfolg für Plattformen wie EmuParadise. "Leute lieben und verehren diese Spiele. Sie sind Teil ihrer Persönlichkeit, ihrer Kindheit, ihrer Kultur", sagt EmuParadise-Gründer MasJ.
Eine (lückenlose) Netflix-artige Plattform für Retro-Spiele wäre ohne Zweifel ein Erfolg, da sind sich alle Insider einig. Denn die Fragmentierung der Spieleszene ist ein Problem. Was die illegalen Angebote betrifft, so hat Nintendo aktuell die drei bedeutendsten Plattformen zum (Teil-)Rückzug gezwungen. Das bedeutet aber lediglich, dass sich die Gamer nun Alternativen schaffen und suchen werden.
MasJ dazu: "Ich glaube nicht, dass ROMs nun schwerer zu finden sein werden. Leute wollen das spielen und wenn es keinen legalen Weg gibt, dann werden sie einen anderen finden."
Kostenlose und legale Spiele per Emulator:
Diese wurden von Nintendo Ende Juli auf 100 Millionen Dollar verklagt. Das wurde EmuParadise zu heiß und man zog sich selbst zurück, um sich nicht ähnliche Schadenersatzforderungen einzufangen. TorrentFreak widmet dem Thema nun eine ausführliche und interessante Analyse. Denn während die Nintendo-Anwälte und -Manager diesen Erfolg sicherlich bejubeln, verstehen Nintendo-Fans diese aggressive Schutzhaltung nicht.
Gut gegen Böse?
Dabei stellt TF die Diskussion auf die zwei gegensätzlichen und vereinfachten Standpunkte, nämlich einerseits, dass das Verteilen und Erlangen von Retrospielen wie jede andere Form der Piraterie anzusehen ist.Andererseits gibt es die Sicht der Gamer, die meinen, dass jahrzehntealte Spiele von Konsolen, die es nicht mehr gibt, keinen Schaden anrichten und auch längst ihre Kosten (vielfach) wieder eingespielt hätten. Kurzum, so TorrentFreak, fragen sich viele Gamer, warum Spielefirmen solche "Arschlöcher" sein müssen.
Spiele sind Emotionen
Nintendo hat zweifellos viele der besten Spiele aller Zeiten geschaffen. Und obwohl bzw. weil diese Spiele die Emotionen von Spielern so sehr beeinflussen, scheint Nintendo zu unterschätzen, wie diese Emotionen von Retro-Spielern erfahren werden.Das Filesharing-Blog verweist auf Berichte von EmuParadise-Nutzern: Da hat es Soldaten gegeben, für die solche Games die einzige Möglichkeit sind, ihren Kriegsalltag zu bewältigen, oder Brüder, deren Geschwister an Krebs gestorben sind und früher gemeinsam gespielte Retro-Titel eine Möglichkeit waren, den Schmerz zu verarbeiten.
Erinnerungen sind die vielleicht wichtigste Zutat, warum diese Spiele so eine Wirkung haben. Das sei auch der Erfolg für Plattformen wie EmuParadise. "Leute lieben und verehren diese Spiele. Sie sind Teil ihrer Persönlichkeit, ihrer Kindheit, ihrer Kultur", sagt EmuParadise-Gründer MasJ.
Keine legale Alternative
Diese Gefühle sind so stark, dass die Retro-Szene ein besonders starkes Bestreben zum Filesharing hat. Nostalgie ist eine enorme Triebfeder für den Austausch von ROMs und die Schaffung von entsprechenden Plattformen. Das Problem dabei ist, dass im Fall von Retrospielen es nur selten eine Möglichkeit gibt, diese Inhalte legal zu bekommen - im Gegensatz zu Filmen, Serien und Musik.Eine (lückenlose) Netflix-artige Plattform für Retro-Spiele wäre ohne Zweifel ein Erfolg, da sind sich alle Insider einig. Denn die Fragmentierung der Spieleszene ist ein Problem. Was die illegalen Angebote betrifft, so hat Nintendo aktuell die drei bedeutendsten Plattformen zum (Teil-)Rückzug gezwungen. Das bedeutet aber lediglich, dass sich die Gamer nun Alternativen schaffen und suchen werden.
MasJ dazu: "Ich glaube nicht, dass ROMs nun schwerer zu finden sein werden. Leute wollen das spielen und wenn es keinen legalen Weg gibt, dann werden sie einen anderen finden."
Kostenlose und legale Spiele per Emulator:
- MS-DOS: Internet Archive bietet ab sofort 2400 kostenlose Games an
- Plastik-LCD-Handhelds: Das Internet Archive schickt uns auf Zeitreise
- Macintosh: Internet Archive bietet nun auch Mac OS-Software an
- Retro-Gaming: 10.000 Amiga-Software-Titel kostenlos für den Browser
- Internet Arcade: 900 Spielhallen-Klassiker frei im Browser zocken
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