Nur für bestehende Anbieter? United Internet kritisiert 5G-Lizenzauktion

United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth hat sich in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" über die Mobilfunk-Ausbaupläne und 5G-Ambitionen von 1&1 geäußert. Dommermuth greift dabei die Politik an und meint, dass die drei aktuellen Netzbetreiber beschützt werden.
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1&1

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Als neuer Konkurrent auf dem Mobilfunkmarkt in Deutschland mit einem eigenen Netz sieht United-Internet-Chef Ralph Dommermuth 1&1 stark benachteiligt. Sein Unternehmen würde gern an dem für Anfang 2019 geplanten Versteigerungsverfahren für die neuen 5G-Lizenzen teilnehmen, um selbst ein Netz für die schnelle Datenübertragung aufzubauen. Doch die Hürden dafür erweisen sich schon jetzt als sehr schwierig, denn laut Dommermuth hat sich die Politik schon jetzt auf die bestehenden Anbieter eingefahren.

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (auf Faz.net hinter der Paywall) kritisiert er einen "Clubdeal", den die drei Mobilfunkprovider beim Mobilfunkgipfel Anfang Juli mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geschlossen hätten. Demnach sollten die neuen 5G-Lizenzen im kommenden Jahr unter den bestehenden Anbietern aufgeteilt werden.

Neueinsteiger ausgeschlossen?

"Der Markt für Neueinsteiger bleibt faktisch verschlossen, um die Oligopolerträge der Netzbetreiber weiter abzusichern", so Dommermuth weiter. "Aus Sicht der Netzbetreiber führt ein weiteres Mobilfunknetz zu harter Konkurrenz, und diese soll ihnen die Politik vom Halse halten." Für den Kunden, egal bei welchem Anbieter, könne das nur weiterhin zu Benachteiligungen führen. Schon jetzt böte der deutsche Mobilfunkmarkt deutlich schlechtere Leistungen bei deutlich höheren Preisen als im EU-Ausland. Als Beispiel führte er die vielen Funklöcher an, die in Deutschland gemeldet werden.

"Wenn die Politik jetzt die drei Netzbetreiber schützt, dann werden wir in ein paar Jahren wieder Funklöcher haben."

Eingreifen gefordert

Da 1&1 aber starkes Interesse an den 5G-Lizenzen hat, fordert Dommermuth von der Politik ein klares Bekenntnis der Offenheit für sein Unternehmen. Zudem wäre es ihm am liebsten, wenn man United Internet faire National Roaming-Angebote unterbreiten würde, damit der Neueinsteiger im ganzen Bundesgebiet gute Verfügbarkeit garantieren könne.

Da müsse dann aber die Politik notfalls mit regulatorischen Maßnahmen eingreifen, falls solche Roaming-Verträge mit der Telekom, Vodafone und o2 zu überhöhten finanziellen Forderungen führen würden.

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