Cyber-Diplomatie: Australien koordiniert Malware-Schuldzuweisungen

Russland, Militär, Moskau Bildquelle: Public Domain
Kurz nach dem Ausbruch der Malware-Kampagne, die als "NotPetya" bezeichnet wurde, erhoben ziemlich zeitgleich mehrere Staaten protestierend ihre Stimmen gegen die vermeintlich russischen Urheber. Und das war kein Zufall - sondern Ergebnis diplomatischer Bemühungen Australiens, wie sich jetzt zeigt. "Das war die bisher größte koordinierte Schuldzuweisung dieser Art", zitiert das US-Magazin ZDNet den australischen Botschafter für Cyber-Angelegenheiten Tobias Feakin. Neben Australien protestierten auch die USA, Großbritannien, Dänemark, Litauen, Estland und Kanada gegen die Malware-Attacken von vermutlich staatlichen oder zumindest staatsnahen Akteuren. Von mehreren weiteren Ländern waren unterstützende Töne zu hören.

Die Idee hinter der Sache ist recht einfach: Auch bei altbekannten Verstößen gegen die Regeln der Staatengemeinschaft versucht man in länderübergreifender Einigkeit diplomatisch vorzugehen. Das hat für gewöhnlich mehr Effekt, als wenn eine einzelne Regierung ihr Missfallen zum Ausdruck bringt. Insbesondere Australien sieht sich hier aus einem nicht näher zu umreißenden Grund in der Rolle, solche gemeinsamen Aktionen im digitalen Bereich zu koordinieren.

Kleinere Aktion bei WannaCry

Vergleichbare Abstimmungen zwischen mehreren Ländern hat es auch schon zuvor gegeben - beispielsweise bei WannaCry, das seinen Ursprung vermutlich bei nordkoreanischen Angreifern hatte. Letztlich versucht man hier von Beginn an staatlichen Attacken auf Internet-Infrastrukturen etwas entgegenzusetzen. Es soll immerhin möglichst gar nicht erst Schule machen, dass dies ein legitimes Mittel der Auseinandersetzung sein könnte.

Das Problem dabei ist natürlich, dass es für gewöhnlich schlicht keine Beweise gibt, von wem ein Angriff durchgeführt wurde. Lediglich Vermutungen aufgrund von Indizien lassen sich hier anstellen. Immerhin verstehen selbst mittelmäßige Angreifer ihre Spuren im Netz recht effektiv zu verwischen und falsche Fährten zu legen. Russland, Militär, Moskau Russland, Militär, Moskau Public Domain
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