Entspannung in der Speicherkrise? Samsung verlängert DDR4-Fertigung
Angesichts der enormen Nachfrage rund um DDR4-Arbeitsspeicher will Samsung offenbar die Produktion doch nicht wie geplant bald einstellen. Stattdessen wollen die Koreaner das "End of Life" ihrer DDR4-Fertigung verschieben und so von den stark gestiegenen Preisen für derartige RAM-Chips kräftig profitieren.
Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes jüngst meldete, plant Samsungs Speichersparte eine vorübergehende Fortführung der Fertigung von DRAM-Modulen des Typs DDR4. Eigentlich sollte die ohnehin schon gedrosselte Fertigung in Kürze auslaufen, wobei Samsung die frei werdenden Kapazitäten für profitablere DDR5- und HBM3-Chips nutzen wollte.
Diese sogenannten "Non-Cancellable and Non-Returnable"-Verträge (NCNR, Keine Stornierung und keine Rückgabe) werden in der Branche gemeinhin als unfaire Verträge angesehen, die von Kunden nur akzeptiert werden, wenn sie keinerlei Wahl haben und keine Aussicht darauf besteht, Produkte in absehbarer Zeit aus alternativen Quellen beziehen zu können. Samsung sichert sich damit garantierte Abnahme bestimmter Mengen zu vorher festgelegten Preisen.
Der weitere Betrieb der DDR4-Fertigung bei Samsung könnte den Markt in der aktuellen, stark angespannten Situation etwas entlasten, wobei die Preise mit 60 Dollar für einen 16-Gigabit-Chip aktuell extrem hoch liegen. Endkunden könnten dabei wahrscheinlich höchstens sekundär profitieren, weil Samsung die NCNR-Verträge angeblich nur mit Kunden aus der Server-Branche abschließen will.
Insgesamt wird durch die Verlangsamung der Abschaltung der DDR4-Fertigung bei Samsung keine große Entspannung im Speichermarkt erwartet. Der koreanische Konzern ist wohle her darauf bedacht, möglichst hohe Gewinne aus der enormen Nachfrage zu ziehen, schließlich kosten DDR4-RAM-Chips mit bestimmten Kapazitäten derzeit sogar mehr als der modernere und leistungsfähigere DDR5-RAM gleicher Kapazität.
Siehe auch:
Samsung bremst den DDR4-Ausstieg
Die aktuelle Speicherkrise ist auch darauf zurückzuführen, dass die drei größten Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron aufgrund aggressiver Preispolitik chinesischer Konkurrenten ihre Kapazitäten drastisch reduziert oder die Fertigung ganz eingestellt haben. Laut einem Medienbericht aus Taiwan will Samsung nun den eigentlich für Ende 2025 geplanten Ausstieg zunächst verschieben.Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes jüngst meldete, plant Samsungs Speichersparte eine vorübergehende Fortführung der Fertigung von DRAM-Modulen des Typs DDR4. Eigentlich sollte die ohnehin schon gedrosselte Fertigung in Kürze auslaufen, wobei Samsung die frei werdenden Kapazitäten für profitablere DDR5- und HBM3-Chips nutzen wollte.
Keine bedeutende Entspannung der Lage erwartet
Angesichts der enorm gestiegenen Tagespreise für DDR4-RAM-Chips hat Samsung seine Planung jetzt aber angeblich geändert. So heißt es aus der Lieferkette, dass Samsung maximale Profite aus bestehenden Kapazitäten holen will und deshalb den Rückbau der DDR4-Fertigung verlangsamt. Statt die verbleibenden Kapazitäten bis Ende 2025 zu streichen, will man verpflichtende Verträge zur Abnahme von DDR4-RAM durch bestimmte Großkunden schließen, von denen diese nicht zurücktreten können.Diese sogenannten "Non-Cancellable and Non-Returnable"-Verträge (NCNR, Keine Stornierung und keine Rückgabe) werden in der Branche gemeinhin als unfaire Verträge angesehen, die von Kunden nur akzeptiert werden, wenn sie keinerlei Wahl haben und keine Aussicht darauf besteht, Produkte in absehbarer Zeit aus alternativen Quellen beziehen zu können. Samsung sichert sich damit garantierte Abnahme bestimmter Mengen zu vorher festgelegten Preisen.
Der weitere Betrieb der DDR4-Fertigung bei Samsung könnte den Markt in der aktuellen, stark angespannten Situation etwas entlasten, wobei die Preise mit 60 Dollar für einen 16-Gigabit-Chip aktuell extrem hoch liegen. Endkunden könnten dabei wahrscheinlich höchstens sekundär profitieren, weil Samsung die NCNR-Verträge angeblich nur mit Kunden aus der Server-Branche abschließen will.
Insgesamt wird durch die Verlangsamung der Abschaltung der DDR4-Fertigung bei Samsung keine große Entspannung im Speichermarkt erwartet. Der koreanische Konzern ist wohle her darauf bedacht, möglichst hohe Gewinne aus der enormen Nachfrage zu ziehen, schließlich kosten DDR4-RAM-Chips mit bestimmten Kapazitäten derzeit sogar mehr als der modernere und leistungsfähigere DDR5-RAM gleicher Kapazität.
Zusammenfassung
- Samsung verschiebt Ende der DDR4-Produktion wegen hoher Nachfrage
- Drastisch gestiegene Preise für DDR4-Speicher machen Weiterbetrieb lukrativ
- Ursprünglich sollte Fertigung Ende 2025 auslaufen zugunsten von DDR5
- Spezielle Abnahmeverträge werden mit Kunden aus der Serverbranche geschlossen
- NCNR-Verträge garantieren Samsung feste Abnahmemengen zu festen Preisen
- Endkunden werden von verlängerter DDR4-Produktion kaum profitieren
- Keine große Marktentspannung trotz Weiterbetrieb der Speicherfertigung
Siehe auch:
- Produktionsende trotz Nachfrage: DDR4-Speicherkits teurer als DDR5
- DDR4-Preise in einem Monat verdoppelt: China beeinflusst Markt massiv
- DDR4: Preisexplosion macht Speicher demnächst wohl exorbitant teuer
- Letzter großer Hersteller stoppt DDR4-Produktion; bald Preisexplosion?
- Samsung senkt Preise für DDR4-Arbeitsspeicher
Thema:
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