DDR4: Preisexplosion macht Speicher demnächst wohl exorbitant teuer

Der DDR4-Speichermarkt steht vor dramatischen Veränderungen. Denn nachdem wichtige Hersteller die Produktion herunterfahren, wird das Angebot immer knapper. Verbraucher müssen sich in der Folge wohl auf exorbitante Preise einstellen.
Pc, Speicher, Ram, Zubehör, Peripherie, DDR5, Adapter, Ddr4, PC Zubehör, Ddr3, slot, Slots, SODIMM, Ddr2, DIMM

Speicherpreise steigen dramatisch

Die Preise für DDR4-Arbeitsspeicher haben sich in den letzten Wochen drastisch erhöht. Ein 32-GB-Kit DDR4-3200 ist mittlerweile kaum noch unter 60 Euro zu finden, während der gleiche Speicher im Mai noch für unter 50 Euro erhältlich war. Doch das könnte erst der Anfang einer beispiellosen Preisentwicklung sein, die den gesamten PC-Markt erschüttern wird.

Die Ursache für diese Entwicklung liegt in einer fundamentalen Veränderung der Produktionslandschaft. Die großen DRAM-Hersteller Micron, Samsung und SK Hynix haben bereits angekündigt, die DDR4-Produktion bis Ende 2025 einzustellen. Im Mai folgte auch CXMT, Chinas größter Speicherhersteller, diesem Beispiel. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära: DDR4-Speicher wurde erstmals 2014 eingeführt und dominierte über ein Jahrzehnt lang den Markt.


Die Folgen sind gravierend. Die Preise für 8-GB-DDR4-3200-Chips haben sich innerhalb von zwei Monaten verdreifacht - von 1,75 US-Dollar (etwa 1,49 Euro) auf über fünf US-Dollar (etwa 4,25 Euro) pro Chip. Diese Entwicklung spiegelt die drastische Verknappung des Angebots wider, während die Nachfrage nach wie vor hoch bleibt.

Neue Chance für kleinere Hersteller

Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce zeichnet sich daher eine interessante Entwicklung ab. Denn kleinere Hersteller erwägen eine Rückkehr zur DDR4-Produktion, um von den hohen Preisen zu profitieren. Der taiwanesische Speicherhersteller Nanya schlägt bereits Kapital aus den Preissteigerungen. Das Unternehmen verfügt über ein umfangreiches DDR4-Portfolio. TrendForce: Prognose für DRAM-Preise (Juli 2025)Die Preise für DDR4-RAM dürften noch weiter steigen Die Marktexperten beobachten jedoch, dass die taiwanesischen Hersteller derzeit weder die Kapazitäten noch die Produktspezifikationen haben, um den Marktbedarf vollständig zu decken. Zudem wird die verfügbare DDR4-Produktion vorrangig für Server-Anwendungen genutzt, wo die Gewinnmargen höher sind als im Consumer-Bereich.

DDR4 versus DDR5: Ein Generationswechsel

Der Übergang von DDR4 zu DDR5 war ursprünglich als natürliche Evolution geplant. DDR5-Speicher bietet höhere Geschwindigkeiten, bessere Energieeffizienz und größere Kapazitäten. Während DDR4 typischerweise bei 3200 MHz läuft, erreicht DDR5 Geschwindigkeiten von 4800 MHz und mehr. Gleichzeitig reduziert DDR5 die Betriebsspannung von 1,2 Volt auf 1,1 Volt.

Paradoxerweise hat die aktuelle Preisentwicklung dazu geführt, dass DDR4-Speicher teilweise teurer ist als sein modernerer Nachfolger. Das ist ein ungewöhnliches Phänomen in der Technologiebranche, wo ältere Generationen normalerweise günstiger werden.

Düstere Aussichten

Die Zukunft des DDR4-Marktes sieht entsprechend wenig rosig aus. TrendForce prognostiziert für das dritte Quartal einen Preisanstieg von weiteren 40 bis 45 Prozent bei Consumer-DDR4. Im Vergleich dazu sollen die Preise für DDR5-Speicher, dessen Produktion stärker ausgebaut ist, nur moderat steigen.

Diese Entwicklung trifft besonders Nutzer älterer Systeme, die auf DDR4-Speicher angewiesen sind. Viele Mainboards von Intel bis zur elften Generation und AMD-Prozessoren bis zur Ryzen-5000-Serie unterstützen ausschließlich DDR4. Ein Wechsel zu DDR5 würde für diese Nutzer einen kompletten Systemwechsel bedeuten.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Werdet ihr jetzt noch schnell DDR4-Speicher kaufen oder wartet ihr lieber ab? Teilt eure Strategie in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • DDR4-Preise steigen drastisch an durch Produktionskürzungen großer Hersteller
  • Große DRAM-Hersteller planen, DDR4-Produktion bis Ende 2025 einzustellen
  • Preise für DDR4-Chips haben sich innerhalb von zwei Monaten verdreifacht
  • Kleinere Hersteller erwägen Rückkehr zur DDR4-Produktion wegen hoher Margen
  • DDR4-Speicher ist teilweise teurer als der modernere DDR5-Nachfolger
  • TrendForce prognostiziert für das dritte Quartal weitere Preisanstiege von 40 bis 45 Prozent
  • Besonders betroffen sind Nutzer älterer Systeme mit DDR4-Kompatibilität

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Samsungs Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!