Microsoft: Information Cards gegen Datendiebstahl

Datenschutz Um den immer weiter verbreiteten Identitätsdiebstahl im Internet zu unterbinden und um das eigene digitale Idenitätssystem zu fördern, hat Microsoft heute Unternehmen, Regierungen und jeden einzelnen Menschen aufgerufen, bei der Implementierung einer Lösung zum sicheren Umgang mit Identitäten zusammenzuarbeiten. In einem heute veröffentlichten White Paper fordert Microsoft die Nutzung eines Information Card Systems, das ein interoperables und herstellerunabhängiges Framework für das Identitätsmanagement zur Verfügung stellt. Anwender sollen so die direkte Kontrolle über ihre digitalen Identitäten erhalten.

"Persönliche Informationen werden zur neuen Währung für Kriminelle", sagte Brendon Lynch von Microsofts Trustworthy Computing Group. "Wir müssen uns die Ursachen des Identitätsdiebstahls anschauen und dann entscheiden, was wir dagegen unternehmen können."

Der Schlüssel zur Lösung ist die so genannte Information Card Foundation (ICF), eine Vereinigung von zahlreichen Unternehmen, darunter Google, die Deutsche Telekom, Intel, Microsoft, Novell und PayPal. Ziel der ICF ist es, Information Cards zu verbreiten, die bei Online-Transaktion genutzt werden können und eine hohe Sicherheit gewährleisten.

Mit Hilfe der Information Cards kann bei einem Datenaustausch zwischen zwei Parteien, also beispielsweise Käufer und Verkäufer, eine dritte Parei dazukommen, die sich um den Datenaustausch kümmert. Die für das Geschäft notwendige Authentifizierung, in den meisten Fällen bestehend aus Benutzername und Passwort, übernimmt der Anbieter der Information Card. Die Gefahr, an schwarze Schafe zu geraten, sinkt.

"Information Cards wurden entwickelt, um Daten, die in einem bestimmten Kontext benötigt werden, vor der Nutzung in einem anderen Kontext zu bewahren", heißt es in Microsofts White Paper. "Dies wird realisiert, indem ein einmaliger Satz an Schlüsseln erzeugt wird, der im Zusammenhang mit der Information Card und der weiterleitenden Partei steht."

Microsoft hat in Windows Vista bereits ein System für Information Cards implementiert, das auf den Namen CardSpace hört. Auch für Windows XP steht die Software zur Verfügung. Der Konzern aus Redmond geht davon aus, dass bereits 200 Millionen Rechner mit dieser Technologie ausgestattet sind.

Bevor CardSpace zum Einsatz kommen kann, muss natürlich auch der Handel davon überzeugt werden. Aus diesem Grund ergreift Microsoft mit dem White Paper nun die Initiative. Man gibt zu, dass es noch diverse Schwierigkeiten zu überwinden gilt, die nicht nur technischer Natur sind. Auch die Politik und die Wirtschaft muss auf Information Cards eingestimmt werden.
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