FBI: Kupferdiebstahl bedroht kritische Infrastruktur
Die hohen Rohstoffkosten lassen manche Menschen, die über ausreichend kriminelle Energie verfügen, kreative Wege zur Geldbeschaffung finden. So kommt es zum Beispiel immer wieder zu Diebstählen von Kupferkabeln.
Die Zunahme von Delikten, bei denen Diebe Kupferkabel stehlen, hat die US-Bundespolizei FBI nun dazu veranlasst, in einem Bericht vor der dadurch entstehenden Gefahr für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten zu warnen.
Darin warnen die Ermittler vor Kupferdieben, die "kritische" Infrastrukturen in den USA lahm legen könnten. Dabei geht es der Behörde vor allem um Verteilerstationen im Stromnetz, Handy-Funkmasten und Festnetztelefonleitungen.
Den Angaben des FBI zufolge versuchen Kupferdiebe, die seit 2001 um fast das Fünffache gestiegenen Preise auszunutzen. Der nun veröffentlichte Bericht könnte angesichts der wirtschaftlichen Probleme in der Welt allerdings bald wieder nur rückblickender Natur sein.
Zeitgleich mit der gestrigen Veröffentlichung des FBI-Berichts brachen die Aktien einiger großer Kupferlieferanten ein, weil diese angesichts der Wirtschaftslage eine Reduzierung ihres Produktionsvolumens ankündigten. Die Preise für Kupfer sollen zudem in den kommenden Monaten stark fallen.
Für die Kupferdiebe dürfte sich ihr zweifelhaftes Geschäft also nur noch kurzfristig überhaupt lohnen. Wie gefährlich der Diebstahl von Kabeln und anderen Erzeugnissen aus Kupfer werden kann, zeigen einige Beispiele aus dem FBI-Report.
So konnten fünf Tornado-Warnsirenen im US-Bundesstaat Missouri bei einem herannahenden Sturm im April ihren Zweck nicht erfüllen, weil Diebe ihre Zuleitungen entwendet hatten. In Florida gab es im März außerdem einen Stromausfall, von dem 4000 Haushalte betroffen waren - weil Kupferdraht von einem Umspanner gestohlen wurde.
Nach Angaben des FBI gibt es einen florierenden internationalen Markt für gestohlenes Kupfer. Die große Nachfrage war entstanden, weil es einen Minenunfall in Indonesien und einen Streik in Chile gegeben hatte, heißt es in dem Bericht.
Weitere Informationen: FBI.gov
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