Fehler, Tipps und Tricks: Das kleine 1x1 des so wichtigen Backups

Auch wenn der Fokus oft auf Antiviren-Lösungen, Firewalls usw. liegt, ist die Basis der IT-Sicherheit letztlich das Backup. Denn egal, was passieren mag: Wenn die wichtigen Daten gut gesichert sind, lässt sich alles andere in der Regel verschmerzen. Was zu beachten ist, erklären die Kollegen von ValueTech TV.

Zu den häufigsten Fehlern in dieser Angelegenheit zählt der Glaube, eine einzelne Kopie sei bereits ein Backup. Externe Festplatten werden oft als alleinige Sicherung genutzt - fällt das Medium aus oder wird es falsch gelagert, droht kompletter Datenverlust. Ebenso verbreitet ist die Annahme, ein RAID ersetze ein Backup. Tatsächlich schützen RAID-Systeme lediglich vor dem Ausfall einzelner Festplatten, nicht aber vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder physischen Schäden. Solche Ereignisse werden im RAID-Verbund sofort auf alle Laufwerke gespiegelt.

Als bewährte Orientierung gilt weiterhin die 3-2-1-Regel mit drei Kopien auf zwei Medien und einem externen Ort. Für viele private und semiprofessionelle Anwender reicht jedoch auch ein pragmatisches 2-2-2-Modell mit zwei Kopien, zwei Medientypen und zwei Standorten aus.

Bei den Speichermedien zeigen sich deutliche Unterschiede: HDDs sind kostengünstig und für große Datenmengen geeignet, reagieren aber empfindlich auf lange Lagerzeiten ohne Betrieb. SSDs sind schnell und stoßfest, können jedoch bei bestimmten Flash-Typen bei jahrelanger Stromlosigkeit Daten verlieren. Regelmäßiges Anschließen oder Umkopieren wird empfohlen. Hochwertige Speicherkarten wie V90-SD oder CFexpress können als zusätzliche physische Kopie dienen, während günstige Karten für Langzeitarchivierung riskant sind.

Cloud-Speicher und NAS-Systeme bieten jeweils einen zweiten Ort für Backups. Die Cloud punktet mit geografischer Redundanz, verursacht jedoch laufende Kosten und ist durch die Internetbandbreite begrenzt. Ein NAS zu Hause bietet volle Kontrolle und gute Automatisierung, erfordert aber Pflege und idealerweise eine Replikation an einen zweiten Standort, etwa zu Familie oder Freunden.

Empfohlen wird eine Kombination aus mindestens zwei physischen Kopien auf unterschiedlichen Medien sowie ein externer Ort zum Schutz vor Brand, Einbruch oder Wasserschäden. Regelmäßige Prüfungen der Backups, Offline- oder versionierte Sicherungen gegen Ransomware und eine realistische Kosten-Nutzen-Abwägung bei großen Datenmengen erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Technisch lassen sich Standorte etwa per VPN koppeln, wobei hohe Upload-Raten die Synchronisation deutlich beschleunigen.

Backups sollten also als mehrschichtiges System verstanden werden. Zwei Kopien, zwei Medientypen und zwei Orte bilden eine solide Basis, die sich je nach Anspruch durch Versionierung, Integritätsprüfungen und Automatisierung erweitern lässt.

graph TD subgraph Schutzschichten["IT-Sicherheits-Basis"] A[Firewall / Antivirus] -.-> B[Zusatzschutz] C[Backup] ==> D{Datenrettung möglich?} D -- Ja --> E[Betrieb geht weiter] D -- Nein --> F[Datenverlust] end subgraph Strategien["Backup-Modelle"] G[3-2-1 Regel] --- G1[3 Kopien / 2 Medien / 1 Extern] H[2-2-2 Modell] --- H1[2 Kopien / 2 Medien / 2 Standorte] end subgraph Medien["Speichermedien & Eigenschaften"] I[HDD] --- I1[Günstig / Viel Platz / Vorsicht bei Lagerung] J[SSD] --- J1[Schnell / Stoßfest / Stromlos-Risiko] K[Cloud] --- K1[Georedunanz / Laufende Kosten / Bandbreite] L[NAS] --- L1[Volle Kontrolle / Automatisierung / Pflege nötig] end C --> G C --> H G --> I G --> J H --> K H --> L

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