Elfin: Schicker, kompakter Beamer komplettiert die Xgimi-Serie

Das Produktportfolio des chinesischen Herstellers Xgimi ist 2021 stark gewachsen: Neben dem Horizon Pro, dem etwas günstigeren Horizon veröffentlichte Xgimi noch eine Neuauflage des Halos sowie den Elfin. Bei jenem handelt es sich um seinen smarten Projektor mit Android TV-Unterstützung, was aus dem Konzept-Beamer ein Multimedia Center macht. Durch das intrigierte Betriebssystem fallen der Anschluss von TV-Boxen oder dem Notebook weg: Inhalte können direkt vom Projektor aus wiedergegeben werden. Durch die große App-Auswahl gibt es auch (fast) kein Dateiformat, das nicht unterstützt wird. Unser Kollege Timm Mohn setzt den Projektor nicht nur privat, sondern auch auf der Arbeit im Kindergarten ein: das bei Dunkelheit bis zu 200 Zoll große Bild eignet sich sehr gut für ein Bilderbuchkino.

Xgimi gibt die Helligkeit des Projektors mit 800 ANSI-Lumen an. Der Elfin ist damit so hell wie der Xgimi Halo. In der Praxis zeigt sich, dass gerade in Räumen, die nicht komplett abgedunkelt werden können, immer noch eine Betrachtung von Inhalten möglich ist, auch wenn mit einem nicht ganz so kraftvollen Bild. Seine volle Wirkung entfaltet der Elfin in abgedunkelten Räumen, in denen durchaus noch Stimmungslicht eingeschaltet bleiben darf. Über die Bildeinstellungen lässt sich das ausgegebene Bild nach Wunsch konfigurieren und so auf die eigenen Wünsche anpassen.

Beim Elfin handelt es sich um einen Projektor ohne Akku, der folglich nur an der Steckdose betrieben werden kann. So kompakt und portable der Elfin ist, so wenig mobil ist er: Mangels internem Akku kann er nicht einfach ohne entsprechende Powerbank mit Schukostecker unterwegs verwendet werden. Auf der anderen Seite kann in der Folge auch kein Akku kaputt gehen. Ein weiterer Vorteil hiervon liegt im Detail: Ohne Akkubetrieb verfärbt kein Energiesparmodus im Laufe der Betrachtung das Bild. Wünschenswert wäre ein Power Delivery-Port gewesen, um den Elfin mit einer normalen USB-C Powerbank betreiben zu können. Der ViewSonic M2 kommt mit einer ähnliche Funktion daher, reduziert dafür aber merklich die Helligkeit der Projektion.

Passabler Sound

Xgimi stattet den Elfin mit zweimal 3 Watt-Lautsprechern aus. Damit fällt der Ton etwas dünner als beispielsweise beim Halo aus. Trotzdem kann man seichte Filme oder Serien ohne weitere Lautsprecher betrachten. Für effektvolle Meisterwerke mit stimmungstragenden Musikstücken sollte man dann aber doch lieber externe Lautsprecher verwenden. Trotz der Größe des Projektors können die Lautsprecher erstaunlich laut werden, ohne dass die Speaker zu krächzen beginnen. Gerade im Outdoor-Betrieb (mit Powerbank) kann das sehr nützlich sein. Der Elfin bietet die Möglichkeit, die LED, nicht aber den Projektor selbst auszuschalten. Es ist folglich möglich, bspw. über das Handy ein Hörspiel auf den Elfin zu casten und diesem bei ausgeschalteter LED zuzuhören.

Der kompakte Xgimi Elfin lädt dazu ein, ihn von Zeit zu Zeit auszustöpseln und von Raum zu Raum oder gar von Haus zu Haus zu transportieren. Wünschenswert wäre hierfür ein Linsenschutz gewesen. Wer den Projektor wirklich öfter in die Handtasche stecken möchte, sollte langfristig über ein Case nachdenken. Zwar gibt es anders als beim Mogo Pro keine direkt auf den Elfin zugeschneiderte Tasche, allerdings kann das Halo- bzw. H2-Case problemlos verwendet werden. 3D-Brillen oder weiteres Zubehör kann den eingesparten Platz beim Transport füllen.

Auf dem Boden des Elfins befindet sich eine Einlassung für Stative. Wer nicht auf den hauseigenen X Desktop Stand setzen möchte, kann jedes beliebige Stativ oder bspw. eine Decken- bzw. Wandhalterung mit dem Elfin verwenden. Auch ohne Stativ oder Wandhalterung kann man die Position des Projektors geringfügig variieren: Die für einen festen Stand sorgenden Gummifüßchen lassen sich leicht herausdrehen, um den Elfin anzuwinkeln. Dies ist nur bei den vorderen beiden Füßchen möglich, nicht aber bei der hinteren Gummierung.

Ähnlich wie die großen und kleinen Brüder des Elfins kommt auch jener mit Android TV daher. Xgimi setzt hier auf die Version 10. In der Vergangenheit haben Projektoren des Herstellers regelmäßig Updates erhalten, die auch auf dem Feedback der Kundschaft in sozialen Netzwerken basieren. Die vom Hersteller ins Leben gerufene Gruppe verbindet Kaufinteressenten, Neulinge sowie erfahrene Nutzer und hilft der Community, sich untereinander auszutauschen und zu helfen. Zudem sind einige Mitarbeiter Xgimis in der Gruppe aktiv, um Nutzer schnell unterstützen zu können. Durch das eben erwähnte Android 10 erhält der Elfin eine Vielzahl an smarten Features, welche die tägliche Nutzung des Projektors erleichtern. Dazu gehört zum einen Chromecast, was die einfache Ansteuerung für das Streamen von Videos ermöglicht. Zum anderen lassen sich eine Vielzahl an Apps installieren. Während Amazon Prime direkt mit an Bord ist, muss man Netflix über Umwege installieren.

Gemessen am Preisspektrum stellt der Elfin den günstigsten Projektor, der nur an der Steckdose betrieben werden kann, im Xgimi-Portfolio dar. Mit 649 Euro ist er deutlich günstiger als der Horizon, aber auch als der Xgimi Halo. Entscheidet man sich, mit dem Elfin etwas Geld zu sparen, muss man mit etwas dünneren Lautsprechern und keinem Akku leben. Dafür erhält man ein neueres Betriebssystem und eine verbesserte Keystone Korrektur. Preislich liegt er mit dem Mogo Pro Plus gleich auf, der Xgimi Elfin ist aber 500 ANSI-Lumen heller. Beide Geräte verfügen über die selbe Lautsprecherleistung. Unentschiedene Interessenten würde unser Kollege Timm Mohn bei der Entscheidung zwischen Mogo Pro Plus und Elfin zum helleren der beiden Projektoren raten. Unter Umständen kann man sich bei lokalen Elektrofachmärkten ein eigenes Bild von der Produktpalette machen. Hier empfiehlt sich aber vor dem Besuch ein Anruf im Markt, um die Verfügbarkeit zu überprüfen.

Vorteile

  • Verdient den Namen "Mini-Beamer"
  • Kein Akku, der kaputt gehen kann
  • Android TV intrigiert
  • Chromecast mit an Bord
  • Netflix via Desktop Manager verfügbar
  • Bluetooth Fernbedienung
  • WLAN 2,4 & 5 GHz
  • HDMI & USB Port für externe Geräte
  • ExFAT Support
  • Sehr gute automatische Keystone Korrektur
  • Motion Smoothing lässt sich deaktivieren

Neutral

  • Nur bedingt mobil, da kein Akku
  • Motion Smoothing von Haus aus aktiviert
  • Lautsprecher nur 2x 3 Watt

Nachteile

  • Kein HDMI ARC
  • Kein Ethernet Port
  • Kein Optischer Ausgang
  • Kein Lens Shift oder optischer Zoom
  • Kein Linsenschutz

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