Xgimi Mogo Pro Plus: Kompakter Mobile-Beamer mit starkem Akku

Neben dem Halo hat Xgimi noch weitere mobile Projektoren im Portfolio. Einer davon ist der Mogo Pro Plus, der im letzten Jahr ein Facelift erhalten hat. Die Mogo-Reihe ist bereits länger auf dem Markt und richtet sich an Menschen, die einen vor allem kompakten Projektor unterwegs mit sich tragen wollen und dafür bereit sind, Kompromisse in Sachen Helligkeit einzugehen.

Im Gegensatz zum Xgimi Halo, der über eine Helligkeit von 800 ANSI-Lumen verfügt, muss sich der Mogo Pro Plus mit 300 ANSI-Lumen begnügen. Damit lassen sich Filme in leicht abgedunkelten Räumen oder in voller Kinoatmosphäre bei kompletter Dunkelheit betrachten. Der Mogo Pro Plus ist etwa 100 ANSI-Lumen heller als bspw. der EZCast H3 oder der Hersteller-eigene Mogo, welcher mit nur 210 ANSI-Lumen daherkommt. Den Helligkeitsunterschied zu Gunsten des Mogo Pro Plus sieht man direkt.

Eine der größten Stärken des Projektores ist Android TV. Hierbei handelt es sich um kein zusammengehacktes System, sondern ein richtiges Android TV 9, das von Xgimi in der rückliegenden Zeit regelmäßig mit Updates versorgt wurde. Weitere Aktualisierungen sind Xgimi-seitig bereits angekündigt. Durch das Google-Betriebssystem verfügt der Projektor über viele Funktionen, die Beamer sonst nur via externer TV-Box oder einem angeschlossenen PC erhalten. Dazu gehört zum einen das Media Center mit Streamingdiensten wie Amazon Prime und die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen, aber auch Games wie Asphalt 8 oder GTA. Außerdem verfügt der Mogo Pro Plus über Chromecast, sodass auf einer gesellschaftlichen Zusammenkunft, bei der der Xgimi Mogo Pro Plus als Lautsprecherbox dient, alle mal einen Song an den Projektor casten können.

Interner Sound geht in Ordnung

Für den Sound sorgt ein zwei mal drei Watt Harman Kardon-Soundsystem. Für kleine Serien und/oder Comedy-Filme reichen die Speaker aus. Wenn es allerdings an Filme oder Serien mit vielen Explosionen geht, kann ein externes Soundsystem - also Kopfhörer oder Lautsprecher - dem Filmgenuß zuträglich sein. Der Mogo Pro Plus kann auch als eigenständige Lautsprecher-Box verwendet werden. Hierfür lädt man bspw. die Android TV-App von Spotify herunter, wählt eine Playlist aus und schaltet dann nur die LED, nicht aber den kompletten Beamer aus. Mit dieser Funktion spart man sich eventuell eine Lautsprecher-Box im Handgepäck. Im Gegensatz zur Nebula Capsule Max fehlt es dem Mogo Pro Plus zwar etwas am Bass, dafür ist das Lüftergeräusch aber noch einmal leiser, wodurch die Konzentration auf den Ton besser gelingt.

Kleine Stoplersteine trüben den Eindruck des Xgimi Mogo Pro Plus: Der beliebte Streamingdienst Netflix unterstützt den Mogo Pro Plus von Haus aus nicht. Verzichten müssen Serien-Fans aber nicht darauf: Über die App DesktopManager lässt sich Netflix installieren. Dieser Umweg führt zu einer funktionsfähigen Android TV-App, die nicht umständlich über eine Maus bedient werden muss, wie es noch beim derweil eingestellten XTV Manager der Fall war. Die fehlende Untersüttzung von Netflix teilt sich der Mogo Pro Plus mit allen Xgimi-Projektoren, also auch dem Halo und Horizon Pro. Xgimi ist mit dieser Problematik nicht allein: Das aktuelle 4K-Modell von Nebula unterstützt von Haus aus auch kein Netflix.

Der eigentlich Clou am Mogo Pro Plus ist der interne Akku: auch wenn man keine Steckdose in der Nähe hat, kann man mit dem mobilen Projektor unterwegs Filme und Serien schauen, bspw. auf einem Spannbettlaken. Die Akkulaufzeit gibt Xgimi mit zwei bis vier Stunden an, je nachdem, was man mit dem Projektor macht. Im Praxistest bei Verwendung der internen Lautsprecher und gestreamten Videoinhalten erreicht der Mogo Pro Plus im Test unseres Kollegen Timm Mohn genau zwei Stunden. Einen kleinen Haken hat die Akkulaufzeit aber: Ab einem Akkustand von 15 % reduziert der Mogo Pro Plus die Helligkeit, indem er die Bildeinstellungen verändert. Dieser Energiesparmodus färbt das Bild grünlich ein. Stammt man nicht gerade von den Borg ab, dürfte der Grünstich den Filmgenuss erheblich beeinträchtigen. Ein Work-around können Akkupacks und ein Adapterkabel sein.

Xgimi-Projektoren waren lange ein Geheimtipp für Fans des mobilen Kinos. Inzwischen sind die Projektoren aber auch hierzulande im breiten Bewusstsein angekommen - und damit auch bei Elektrofachhändlern wie Saturn und Media Markt. Letzterer verfügt je nach Ladengröße teils über eine eigene Beamerabteilung, wo man ggf. das Glück hat, sich den Mogo Pro Plus - oder andere XGIMI Projektoren - vor dem Kauf anschauen zu können. Im besten Fall klärt man die Vor-Ort Verfügbarkeit im Vorfeld mit dem lokalen Geschäft ab. Einen preislichen Vorteil kann man sich eventuell beim Online-Shopping verschaffen: Für den Mogo Pro Plus gibt es auf Amazon regelmäßig Aktionen, die den Einkaufspreis teils deutlich reduzieren. Es kann sich also lohnen, den Mogo Pro Plus auf die Wunschliste zu setzen und eine Angebotsbenachrichtigung abzuwarten.

Vorteile

  • Kompakt und bspw. Campingwagen-tauglich
  • Mit 0,9 Kilo sehr leicht
  • Einfacher (& automatischer) Keystone
  • Time of Flight-Laser Autofocus (ToF)
  • Ausreichender Akku für zwei bis drei Serienepisoden oder einen Film
  • Bluetooth Fernbedienung mit Google Assistant-Mikrofon
  • Fernbedienung nutzt AAA Batterien (=Langlebigkeit)
  • Passables Lüftergeräusch
  • Android TV, welches mit Updates versorgt wird
  • Full HD-Auflösung
  • ExFAT-Unterstützung
  • Ausreichend Helligkeit für Räume mit Stimmungslicht
  • Amazon Prime, Disney+ & Co direkt vom Gerät aus
  • Kickstand für Positionsoptimierung
  • Exakt passendes Case optional verfügbar
  • Große Community auf Facebook

Neutral

  • Netflix nur über einen Umweg
  • Kein HDMI ARC
  • Knapper interner Speicher (16 GB)
  • Aufpreis zu Halo gering
  • Keine Batterien für die Fernbedienung im Lieferumfang

Nachteile

  • Kein Laden via USB-C
  • Grünstich bei niedrigem Akkustand

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