Tim Cook: Schnöde Programmierer-Jobs brauchen keinen Uni-Abschluss

Um als guter Programmierer zu arbeiten, muss man nicht vier Jahre an der Universität verbringen und einen akademischen Abschluss absolvieren. Dies sei aus Sicht des Apple-Chefs Tim Cook eine ziemlich veraltete Sicht auf die moderne Welt. ... mehr... Universität, Abschluss, Akademiker Bildquelle: Pixshark.com Universität, Abschluss, Akademiker Universität, Abschluss, Akademiker Pixshark.com

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auf der einen Seite hat er recht, dass durch die Ausbildung ein "Versorgungsengpass" mit Fachkräften entstehen KÖNNTE - auf der Anderen befürchte ich jedoch, dass das nur dazu dient das Lohn-Niveau nach unten zu drücken, damit entsprechende Firmen noch mehr Gewinn einfahren können
Dieser Schuss kann aber sehr schnell nach hinten los gehen. Denn mal eine kleine App programmieren zu können bedeutet noch lange nicht wirklich gut programmieren zu können geschweige denn im Team mit agilen Entwicklungsprozessen top zu sein.

Somit ist der Vergleich mit der Appstore-App wie eine Milchmädchenrechnung meiner Meinung nach - da es absoult 0 über die Code-Qualität aussagt und welche Aspekte ohne die es heute nicht mehr geht berücksichtigt wurden (zB. Sicherheit, Skalierbarkeit, Modularität etc.)
 
@chrislog: aber er besagt ja genau das Gegenteil... ein Bachelor Informatiker muss nicht zwingend einen qualitativeren & quantitativeren (in Summe) Schreibstil als ein leidenschaftlicher "Schreiber" mit einem geringeren Abschluss.

Und ich finde es Krank wie Stellen bei uns im Unternehmen besetzt werden... gefühlt braucht bei uns sogar die Putzfrau mal mindestens einen Bachelor.
Bei mir in der Abteilung sitzen 20% Doctoren...
 
@bear7: Und dieser Titelwahn führt am Ende wiederum zu einer Abwertung dieser schönen Titel, weil dann ja alle gleichermaßen "hoch (über) Qualifiziert" sind ... Aber was sagt uns das? Das jene, die die Leute Heuern, bzw. jene die die Einstellungs-Kriterien erstellen, keine Ahnung von ihrem Job haben. Man braucht Spezialisten, stellt jede Menge Experten ein und wundert sich dann über die Kosten. Und wenn sich all die Experten um die richtige Lösung Streiten, geht's wahrscheinlich auch nicht gerade zügig voran.
 
@Hobbyperte: das kann ich leider unterschreiben
 
@bear7: Du beziehst Dich auf den letzteren Aspekt? Oder auf die Intelligenz von Personalabteilungen? ... beides vermutlich ... beides ... ;) Und die Aussage enthält noch einen brisanten Kern, nämlich das die Studiengänge wohl auch nicht viel taugen (damit ist nicht speziell/allein die IT gemeint). Sonst gäbe es genug Personal, das in Personalabteilungen oder z.B. auch in Einkaufsabteilungen (die IT-Hardware betreffend) vernünftige, sachdienliche und somit auch wirtschaftliche Entscheidungen treffen könnte ...
 
@chrislog: Anwendungsentwickler ist in Deutschland ein Ausbildungsberuf. Ganz normale Lehre mit IHK-Prüfung am Ende. Danach können die Leute (zumindest sollten sie) programmieren. Das darf man nicht verwechseln mit a) Leute die eine Programmiersprache gelernt haben (können noch lange nicht programmieren), b) Software-Architekten (zu einer guten Software-Architektur gehört deutlich mehr, dafür muss man aber nicht der Super-Programmierer sein), c) Script-Kiddie (die können nur quick & dirty, Ergebnisse sind aber überhaupt nicht nachhaltig). Leider gehören viele Uni-Abgänger zu Kategorie a, glauben aber sie könnten alles.
 
@chrislog: so ist es!
 
@chrislog: das ist vielleicht in Deutschland so wo nach Abschluss und nicht nach Leistung bezahlt wird. In den USA ist das zum Teil, zumindest in diesem Bereich noch ein bisschen anders. Ein guter Programmierer ohne Studium wird besser bezahlt als ein schlechter mit dem besten Abschluss.
 
@chrislog: ich denke auch dass er das nur sagt da er natürlich eher leute sucht die wenig Geld verdienen aber die gleiche Arbeit machen können... Irgendwie scheinheilig.. Aber ansonsten wäre die Aussage komplett korrekt. Ich kenne mehr ohne Abschluss die mehr drauf haben als welche die jahrelang nur Theorie hatten..
 
damit hat er recht
 
@freakedenough: Jo, und ich bin das lebende Beispiel dafür.
 
Programmieren könnte doch eine KI viel besser als jeder Entwickler. Fehlt halt die "Intelligenz" um eigenständig entscheiden zu können was brauchbar ist und was nicht.
 
Vermutlich meint er auch dass man für deine geforderte "Intelligenz" eben auch keinen Universitäts Abschluss braucht... Wer am ende die buchstaben in die Tastatur drückt ist nebensächlich...
 
@skyjagger: Naja, so lange mit "KI" vor allem von Menschen programmierte Fähigkeiten gemeint sind, führt dieser Weg eher in die Sackgasse. Eine echte KI müsste bspw. auch Beurteilen und entscheiden können, ob das Werkzeug (z.B. die Programmiersprache) für den Zweck geeignet ist und sich ggf. mal eben ein neues, besseres Werkzeug aneignen können ... (selbst lernend) ...
 
@skyjagger: muss jemand nur eine KI programmieren, damit diese dann programmieren kann...und dazu braucht man sicherlich eine Vielzahl hoch kompetente Leute mit viel Programmiererfahrung und Uni Abschluss.
 
Recht hat er. Ein sehr guter Freund von mir kann sehr gut programmieren und er hat nur eine FIA Ausbildung. Gut, er konnte auch schon vorher so gut programmieren, so dass er bei der Ausbildung nur noch Däumchen drehen musste und eher gelangweilt war. Ein Studium kam für ihn aber nicht in Frage.
 
@winman3000: Im Informatik-Studium lernt man nicht wirklich Programmieren. Der Großteil davon ist Mathematik, Algorithmen und Datenstrukturen, Projektmanagement, etc.
Ist halt immer die Frage, was man mit gut programmieren meint. Effiziente, zuverlässige, skalierbare und wartbare Software zu schreiben, ist halt dann doch nicht so einfach.
Aber stimmt schon, vor allem für Webseiten oder simple Apps, braucht man nicht unbedingt ein Studium.
 
@mlodin84: Richtig. Möchte man hingegen einen Compiler oder Maschinencode schreiben, wäre sicherlich ein Studium angebracht. Wobei es auch dort Leute geben soll, die sich auch ohne ein Studium in diesem Bereich sehr gut auskennen, was sicherlich sehr selten ist.
 
@winman3000: So meinte ich das eigentlich nicht. Unabhängig von der Programmiersprache, jeder kann jede Programmiersprache lernen, Studium oder nicht. Beispielsweise kann jeder eine KI auf Basis eines neuronalen Netzwerks schreiben, in dem er sich in Tensorflow einarbeitet. Aber die Theorie hinter neuronalen Netzwerken und der Code für Tensorflow kommen von Mathematikern und Informatikern.

Du kannst es vergleichen mit KFZ Mechaniker und Ingenieur. Der Mechaniker kennt sich aus mit Autos, kann auch eins zusammenbauen. Aber er kann vermutlich keinen neuen Antrieb entwickeln.
 
@winman3000: Eine Buisness-Anwendung über mehrere Services und Frontends verteilt kann weeesentlich komplexer sein als ein Compiler. Auch den kannst du quick & dirty schreiben, dass er funktioniert, aber niemand anders mehr weiter entwickeln kann. ^^ Eine gute Softwarearchitektur + Planung braucht jedes größere Projekt, DAS lernt man im Studium. Klar, diverse Programmiersprachen auch, aber das ist ein Nebeneffekt, denn im Studium sollst du dir ja Kenntnisse aneignen, um dir die Sprachen selbst beizubringen, die du brauchst.
 
Informatiker sind keine Programmierer! Das ist dann ein Ausbildungsberuf von der IHK.
 
@jediknight: was nicht ganz richtig ist. Informatik ist ein Studiengang. Bei der IHK bekommst Du ein "nur" Fachinformatiker, welcher in zwei Richtungen geteilt ist: Anwendungsentwicklung und Systemintegration - letzteres ist kein Programmierer. Der Bereich der Anwendungsentwicklung jedoch schon.
 
Klingt für mich ein bisschen nach: "Wir brauchen billiges Arbeitsvieh, was nicht zu viel nachdenkt".

Natürlich muss nicht jeder auf der Welt studiert haben und nicht jeder gute Student ist auch ein guter Programmierer. Das (mehr) Bildung im Allgemeinen aber gut ist, ist m.E. nicht von der Hand zu weisen. Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Cook das auch so sieht.
 
Das Problem ist, dass es in den USA eben keine duale Ausbildung gibt, weder zum Anwendungsentwickler noch zu sonst etwas anderem. In den USA geht man irgendwo hin, wird eingearbeitet (mal mehr mal weniger gut) und arbeitet dann in diesem Job, ab und zu gibts nochmal ein paar Trainee Programme, aber auch die haben nichts mit einer 3 jährigen Ausbildung wie man sie hier kennt zu tun.
 
@jann0r: Eine 3-3,5 jährige Berufsausbildung mit Berufsschule + Betrieb haben leider die wenigsten Länder obwohl dass das sinnvollste ist. Habe selbst 2 Ausbildungen gemacht und habe von beiden ziemlich profitiert
 
Für mich eher eine Aussage bzw. Methode um Fachkräfte vermehrt unterbezahlt einzusetzen.
Man bedenke, dass so etwas ein Vorstand nie aus Nächstenliebe sagt.

Andererseits verstehe ich es, denn alleine in Deutschland tauchen so viele Abiturienten plus Studium auf, obwohl sie nichts auf der Pfanne haben, aber dafür oft die perfekten Befehlsempfänger sind.
 
Tja, und wie erfolgt dann der Nachweis? "Einstellungsvoraussetzung Informatikkurs mit mindestens guten leistungen" ? Wenn ich mir überlege, wie unterschiedlich anspruchsvoll die Informatikkurse bei verschiedenen lehrer bzw Schulen sind....
 
@DRMfan^^: Nein. Den Nachweis holen sich US-Firmen eher selbst, Zettel angucken ist eher so eine deutsche Sache. Der Bewerbungsprozess bei Facebook besteht beispielsweise aus Online-Tests, wo du verschiedene Entwicklungsaufgaben mit steigender Komplexität schnell und ordentlich abliefern musst.
 
Im Kontext von simplen Apps hat er wohl recht, aber gerade im B2B Bereich oder bei komplexeren Applikationen sind Software-Entwickler wichtig, und deren Aufgaben gehen über die eines Programmierers hinaus. Dazu geht man studieren, oder erarbeitet es sich im Selbsstudium (was imo aber nur wenige schaffen). Aber nicht jeder Informatik-Student ist auch automatisch ein guter Software-Dev.
 
Prinzipiell ist es wahr, Informatik/Computer Science und Programmierung sind in etwa so verschieden wie höhere Mathematik und Rechnen. Prinzipiell kann jeder Mathematiker rechnen, aber nicht unbedingt gut, andersherum kann jemand der gut rechnen kann noch keine höhere Mathematik. Aber nur dadurch, dass man gut rechnen kann, kriegt man noch keinen guten Job. Vielleicht war das früher mal anders (ich weiß nicht, wie die Welt in der Hinsicht vor der Erfindung praktischer Rechenmaschinen aussah).

Wenn ich eine Anwendung entwickle, dann betrachte ich den Code für den meine Studieninhalte nicht zur Geltung kommen, als den langweiligen, lästigen Teil und je weniger ich davon schreiben muss, desto zufriedener bin ich mit den eingesetzten Tools, Frameworks, Bibliotheken, etc. In den letzten Jahren werde ich immer zufriedener damit.

Um mal ein Beispiel aus dem benachbarten Feld der Webentwicklung zu bringen: Man kann heute einen ziemlich gut aussehenden Weblog an den Start bringen ohne auch nur eine einzige Zeile HTML, CSS, PHP oder SQL zu schreiben, z.B. mit Jekyll. Dafür muss man eher ein guter Autor sein, der ungefähr soviel Markdown kann, dass es eine auf ein A5-Cheatsheet passt. Wenn man ein Custom Design haben will, muss man vor allem ein guter Designer sein, der gerade so viel CSS kann, dass es auf ein Cheatsheet passt. Aber was will ich mit jemandem machen, der PHP, HTML und CSS kann, aber nicht die ComputerScience-Kenntnisse hat, um skalierbare Webanwendungen zu schreiben, kein guter Autor und kein guter Designer ist?

Sicherlich haben moderne Tools noch nicht alle Webprojekte durchdrungen und auch in der Anwendungsentwicklung gibt es noch reichlich Raum für uninteressante, "lästige" Arbeiten, aber wer heute seine Ausbildung plant, der will ja in 30 Jahren noch Arbeit haben. Tim Cooks Sichtweise ist gut für Tim Cook, er bekäme heute die Programmierer, die er heute noch braucht und die weniger kosten als Uni-Absolventen. Aber reiner Programmierer zu werden, wäre nach meiner Einschätzung so, als würde man Taxifahrer werden: in 10 Jahren ist der eigene Job obsolet geworden.
 
@dpazra: "ich weiß nicht, wie die Welt in der Hinsicht vor der Erfindung praktischer Rechenmaschinen aussah"

Kennst du den Film "Hidden Figures"?
 
@adrianghc: Leider nicht, aber so wie ich die ersten Sätze auf Wikipedia lese, hätte der Film mich über diesen Umstand aufgeklärt ;)
 
Lustig, seit Jahren bauen wir unser Bildungssystem um, jeder soll Abi machen und studieren.
Uni wird immer schuliger, der wissenschaftliche Aspekt rückt in den Hintergrund, Deutschland gerät in der Forschung ins Hintertreffen.
Unsere Stärke, die duale Ausbildung wurde schlecht geredet.
und jetzt kommt raus das es an vielen, nicht allen, stellen auch im Bereich Softwareentwicklung auch Facharbeiter mit Praxiserfahrung tuen.

Gratuliere, alles falsch gemacht in Germany, die letzten 30 Jahre Bildungspolitik kann man in die Tonne treten.
das passiert wenn man blind trends und stimmungen hinterherläuft.
 
@Toerti: Nur weil der Herr Cook das jetzt so gesagt hat, muss das nicht direkt die in Stein gemeißelte Wahr- und Weisheit sein. Man sollte das Ganze durchaus differenzierter sehen, was ja auch die hier geführte Diskussion gut belegt.
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