Chaos vorbei: Neue Norm wendet Verkaufsverbot von WLAN-Geräten ab

Im März machte ein Problem bei der Neuregelung der Normierung für WLAN-Geräte in der EU Schlagzeilen: Es drohte ein Verkaufsverbot für zahlreiche Geräte wie Smartphones, Tablets, Navigationsgeräte, Smartwatches und WLAN-Routern. Nun ist zumindest eine Zwischenregelung doch noch pünktlich fertiggeworden und tritt in Kraft. Es gibt zu wenige Labore, die in der EU die nötigen Zertifizierungen durchführen können. Das ist das Fazit in dem seit Monaten anhaltenden Chaos rund um die Neuregelung der Normierungen, die für den Verkauf von WLAN-fähigen Geräten in Europa vonnöten wären. Vor allem bei dem 5 GHz-WLAN-Standard hinkt die EU hinterher. Im Prinzip erlischt damit auf einen Schlag die Verkaufserlaubnis für tausende Geräte in der EU. Um ein drohendes Verkaufsverbot von bereits auf dem Markt eingeführten und noch kommenden Geräten zu vermeiden, hat man sich jetzt durchgerungen, für eine weitere Übergangsregelung für ein weiteres Jahr zu stimmen.

Luft bis 2018 für die Hersteller

Diese neue Zwischenregelung wurde von der Europäische Kommission nun gestern veröffentlicht. Damit kann die zum 12. Juni auslaufende Richtline für den Verkauf von WLAN-fähigen Geräten in der Fassung 1.8.1 bis zum 12. Juni 2018 genutzt werden, dann tritt die Neuregelung unter der Fassung 2.1.1 in Kraft.

Dahinter steckt ein häufiges Problem in der EU: Neue Gesetze werden häufig so kompliziert, dass nötige Vorbereitungen wie diese Normierungen länger dauern, als geplant und es dazu immer wieder zu Planungspannen kommt. Die deutsche Bundesregierung hatte Anfang des Jahres angemahnt, dass die EU es versäumt hatte, alle nötigen Daten für die Neunormierung an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.

Die EU-Kommission hatte zwar schon im April beschwichtigt, dass es dabei gar kein so großes Problem gäbe, wie das die Medien verbreitet hätten - die EU hätte für diesen Fall weitere Übergangsregelungen getroffen. Dass dies aber unbestreitbar zu einem großen Chaos und zu Verunsicherung unter den Herstellern führte, konnte auch die EU-Kommission verstehen.
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