Eigene Hacker-Behörde des Bundes soll Messenger-Krypto knacken
Die Bundesregierung will sicherstellen, dass ihre Behörden zukünftig auch auf die verschlüsselte Kommunikation von Internet-Nutzern zugreifen können. Da eine Pflicht zu Hintertüren unrealistisch ist, soll eine neue Bundesbehörde mit hunderten Hackern aufgebaut werden.
Infografik: Die Geschichte der Kryptographie
Diese trägt nach ersten Konzepten den griffigen Namen "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (Zitis). Bundesinnenminister Thomas de Maizière ließ die Planungen für die Einrichtung jetzt durch zwei Staatssekretäre den Abgeordneten der Regierungskoalition vorstellen, berichtete die Recherche-Gruppe von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR.
Die neue Behörde soll mit mehreren hundert Mitarbeitern ausgestattet werden, die Wege finden sollen, die Verschlüsselung von Messengern und anderen Kommunikationswegen im Internet aufzubrechen. Die Ergebnisse sollen dann unter anderem den Polizeien und dem Verfassungsschutz zur Verfügung gestellt werden.
Laut dem Bericht sollen bei Zitis aber auf keinen Fall Inhalte von Nutzern selbst angesehen werden. Denn das würde das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten verletzen. Stattdessen sollen nur die Code-Brecher-Technologien verfügbar gemacht und dann durch die zuständigen Behörden selbst eingesetzt werden.
Zitis soll damit einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen darstellen, die auch in der Bundesregierung bestehen. Zum einen will man hier möglichst viel starke Verschlüsselung im Einsatz sehen - vor allem auch, um die eigene Wirtschaft vor Spionage zu schützen. Andererseits sollen die Behörden natürlich auf die Kommunikation zugreifen können.
Infografik: Die Geschichte der Kryptographie
Diese trägt nach ersten Konzepten den griffigen Namen "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (Zitis). Bundesinnenminister Thomas de Maizière ließ die Planungen für die Einrichtung jetzt durch zwei Staatssekretäre den Abgeordneten der Regierungskoalition vorstellen, berichtete die Recherche-Gruppe von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR.
Die neue Behörde soll mit mehreren hundert Mitarbeitern ausgestattet werden, die Wege finden sollen, die Verschlüsselung von Messengern und anderen Kommunikationswegen im Internet aufzubrechen. Die Ergebnisse sollen dann unter anderem den Polizeien und dem Verfassungsschutz zur Verfügung gestellt werden.
Laut dem Bericht sollen bei Zitis aber auf keinen Fall Inhalte von Nutzern selbst angesehen werden. Denn das würde das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten verletzen. Stattdessen sollen nur die Code-Brecher-Technologien verfügbar gemacht und dann durch die zuständigen Behörden selbst eingesetzt werden.
Exploits horten statt Lücken schließen
Um in die Kommunikation hineinzukommen, soll Zitis auch Technologien von befreundeten Staaten oder auf dem freien Markt einkaufen können. Das würde konkret bedeuten, dass die Behörde im Exploit-Markt aktiv wird. Der Staat ließe dann Internet-Nutzer bewusst auf Sicherheitslücken sitzen, um seine eigenen Überwachungsvorhaben umsetzen zu können. Eigentlich sollte diese Aufgabe das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bekommen - doch diese ist eigentlich dafür da, Bürger und Wirtschaft vor Sicherheitsproblemen zu schützen und stünde hier in einem klaren Interessenkonflikt.Zitis soll damit einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen darstellen, die auch in der Bundesregierung bestehen. Zum einen will man hier möglichst viel starke Verschlüsselung im Einsatz sehen - vor allem auch, um die eigene Wirtschaft vor Spionage zu schützen. Andererseits sollen die Behörden natürlich auf die Kommunikation zugreifen können.
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Christian Kahle
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